Klopapier mal wieder ausverkauft? Vielleicht lohnt es sich – nicht nur in Zeiten der Corona-Krise – nach Alternativen zu suchen. Die Ökobilanz des Papiers ist nämlich ziemlich schlecht.

12 Kilogramm Klopapier verbrauchen wir Deutschen pro Person und Jahr. Verglichen mit der kurzen Benutzungszeit ist der Produktionsaufwand des Papiers enorm hoch und schädlich für die Umwelt. Auf der Suche nach Alternativen hat sich Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt vor allem in der Zero-Waste-Community umgesehen und herausgefunden: Wer auf Klopapier-Alternativen umsteigt, entlastet die Umwelt.

Großer Aufwand für kurze Benutzung

Oft gilt bei Klopapier "je weicher, desto besser". Das führt vor allem dazu, dass Papiere mit vier oder fünf Lagen bei den Verbrauchern immer beliebter werden. Für diesen Komfort werden aber laut des WWF häufig Bäume in Südamerika, Südafrika oder Asien gefällt, teilweise sogar illegal und nicht nachhaltig. Dafür, dass das Papier dann nur einmal benutzt wird, ist der Aufwand also sehr groß.

"Es werden extra Bäume gefällt, das Papier wird mit Chemikalien versetzt und dann nach einmaliger Benutzung abgespült."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wenn das Klopapier dann im Abfluss verschwindet, muss das Wasser danach nicht nur vom Papier selbst, sondern auch von den enthaltenen Chemikalien aufwendig gereinigt werden.

Asiatische und muslimische Länder als Vorbild

Wer sich deshalb nach Alternativen umschauen möchte, sollte besser nicht in den Geschichtsbüchern stöbern. Die alten Griechen haben sich beispielsweise mit flachen Steinen und Scherben den Hintern abgewischt, Nomadenvölker mit Sand und die Germanen fanden, die beste Lösung sei Gras oder Stroh. Da hilft es eher mal die Reiseführer von asiatischen Ländern durchzublättern. Deren Klopapier-Alternative ist ganz simpel: Wasser.

"In muslimischen Ländern oder in großen Teilen Asiens ist das total Standard, dass man sich den Hintern da nicht abwischt, sondern mit Wasser wäscht."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das mag für uns ungewohnt sein, weil wir von klein auf das Klopapier gewöhnt sind, sagt Krissy Mockenhaupt. Tatsächlich ist laut WWF der pro Kopf-Verbrauch in Europa vier mal so hoch wie der in der restlichen Welt. Scheint also alles nur Gewöhnungssache zu sein.

Po-Duschen oder Waschlappen

Dabei brauchen wir für die papierlose Reinigung nicht einmal ein eigenes Bidet, es geht viel einfacher mit sogenannten "Reisebidets". Ein beliebtes Utensil bei Zero-Waste-Reisenden. Es sieht aus wie eine elektrische Zahnbürste, in die man Wasser füllt, was durch einen kleinen Duschkopf rausgespritzt kommt.

Wem das Klopapier ganz spontan ausgeht und nicht zufällig eine dieser "Po-Duschen" im Schrank bereitstehen, für den hat Krissy Mockenhaupt noch weitere Alternativen aus der Zero-Waste-Welt:

  • Waschlappen
  • Handtuch
  • Ein Becher voll Wasser und die eigene Hand (Hände dann natürlich doppelt gut waschen!)

Wer ganz verzweifelt ist, der kann natürlich im Notfall auch auf die Küchenrolle oder das Zeitungspapier zurückgreifen. Ganz wichtig ist hier aber: Nicht in die Toilette werfen, sondern in den Müll. Einen richtigen Zero-Waste-Klogang gibt es nur mit Wasser.