Die gemeine Mandarine ist eigentlich gar keine Mandarine, sondern eine Clementine. Zumindest biologisch gesehen. Und auch sonst ist sie für Überraschungen gut. Oft süßlich, manchmal eher säuerlich, aber wieso?

DRadio-Wissen-Reporterin Almuth Knigge war auf dem Wochenmarkt und hat Mandarinen gekauft. Vielmehr, sie dachte, dass sie Mandarinen gekauft hätte, dabei waren es Clementinen. Darüber wird Almuth von Uwe Nehls aufgeklärt, der ist Botaniker an der Universität Bremen und kennt die Unterschiede genau.

Bei der Abstammung der Clementinen hat er sich schlau gemacht, aber selbst da sind die Verwandtschaftsverhältnisse unter den verschiedenen Zitrusfrüchten kompliziert und zum Teil noch nicht eindeutig geklärt.

"In der Mandarine steckt sicherlich eine Pampelmuse drin. Lange vermutete man, dass der zweite Elternteil Bitterorangen, sind. Heute glaubt man eigentlich, dass es nicht Bitterorangen, sondern Süßorangen sind."
Uwe Nehls, Botaniker Uni Bremen

Ob eine Klementine säuerlicher oder süßlicher ist, hängt manchmal damit zusammen, ob sie am Baum innen oder außen hing und somit mehr Schatten oder mehr Sonne abbekommen hat. Manchmal hat es aber auch nur damit zu tun, dass es eine andere Sorte ist oder dass sie früher gepflückt wurde.

Indikator für Frische:

  • Schale, die glänzt und relativ fest anliegt - allerdings, wenn die Schale zu fest anliegt und schwer zu Schälen ist, dann kann es auch bedeuten, dass die Frucht noch nicht ganz reif war, als sie gepflückt wurde.

Indikator für Trockenheit:

  • Schale ist locker - diese Frucht wurde wohl zu lange und zu warm gelagert und hat Feuchtigkeit verloren.

Indikator für unbedenkliches Obst:

  • Generell gilt, dass Biofrüchte gesünder sind, da sie nicht mit Konservierungsmitteln behandelt wurden. Früchte, die mit Chemikalien besprüht wurden, solltet ihr erst waschen, bevor ihr sie schält. Nicht nur die Früchte, sondern auch die Hände sollten sauber sein, da die Konservierungsmittel auf der Haut haften bleiben können.

Indikator für gesundes Obst:

Die weißen Fasern zwischen dem Fruchtfleisch und der Schale werden von Ernährungswissenschaftlern als gesund eingeschätzt. Sie enthalten den Stoff Limonen und die sekundären Pflanzenstoffe Flavanoide. Es wird vermutet, dass diese Stoffe im Bezug auf bestimmte Krankheiten vorbeugend wirken. Die weißen Fasern werden weggezüchtet, weil die Verbraucher sie nicht mögen. Falls ihr sie an der Frucht findet, müsst ihr sie aber nicht komplett entfernen.

Richtige Lagerung ist wichtig

Damit die Früchte nicht zu schnell holzig oder ledrig schmecken, ist es wichtig, sie richtig zu lagern. Sie sollten an einem Ort gelagert werden, der kühl ist, viel Luftfeuchtigkeit bietet und wo sie genügend Platz haben. Wenn die Früchte übereinanderliegen, bekommen sie schnell Druckstellen, die dann schimmelig werden können. Wenn keine Minusgrade herrschen, könnt ihr die Zitrusfrüchte auf dem Balkon aufbewahren, in eine kühle Vorratskammer legen oder im Keller lagern.