Wir müssen uns schützen und auf alles vorbereitet sein. Das sagt die Bundesregierung in ihrem neuen Konzept zur zivilen Verteidigung. Aber vor welchen Katastrophen müssen wir uns in Deutschland eigentlich fürchten?

In dem neu vorgestellten "Konzept zivile Verteidigung" geht es nicht mehr um klassische Kriegsführung zwischen zwei Staaten - sondern um "hybride Bedrohungen": Umweltkatastrophen, Terror-Anschläge, Nuklearunfälle oder Cyber-Attacken. Innenminister Thomas de Maizière verriet bei der Vorstellung des Konzepts auch gleich, was er für den wahrscheinlichsten Gefahrenfall hält.

"Für mich persönlich ein regional oder überregional langanhaltender, dauerhafter Ausfall etwa der Stromversorgung."
Bundesinnenminister Thomas de Maizière

Müssen wir Angst haben?

Vorbereitet sein ist ja schön und gut. Aber wie wahrscheinlich sind solche Ernstfälle bei uns in Deutschland überhaupt?

Naturkatastrophen

Ein Blick in den aktuellen Weltrisikobericht verrät: Das Risiko, von Naturkatastrophen getroffen zu werden, ist bei uns in Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt sehr gering. Auch wenn Überschwemmungen, Stürme oder sogar Erdbeben auch hierzulande immer mal wieder vorkommen können.

Anschläge

Viele haben aktuell das Gefühl: Die Zahl der Terroranschläge in Deutschland nimmt zu. Das widerspricht allerdings den Statistiken. Laut der Global Terrorism Database ist sowohl die Zahl der Anschläge als auch die Zahl der Opfer heute niedriger als in den 70er, 80er und 90er Jahren. Damals starben durch den Terror von ETA, RAF oder IRA mehr als 150 Menschen pro Jahr.

"Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, bei einem Autounfall ums Leben zu kommen."
DRadio-Wissen-Reporterin Julia Möckl über die Wahrscheinlichkeit eines Terroanschlags

Nuklearunfälle

Eine Bedrohung, die wir vielleicht weniger auf dem Schirm haben. Allerdings fanden Forscher vom Max-Planck-Institut vor vier Jahren heraus, dass Westeuropa weltweit das höchste Risiko einer radioaktiven Kontamination trägt. Und zwar durch Störfälle in Atomkraftwerken.

Auch wenn die meisten Katastrophen also ziemlich unwahrscheinlich sind: Für den Fall der Fälle kann es ja nicht schaden, einen Plan zu haben.

"Es ist für verantwortungsvolle Politik vernünftig, sich auf Katastrophenszenarien vorzubereiten - sei deren Eintreten auch noch so unwahrscheinlich."
Bundesinnenminister Thomas de Maiziére

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