Am 9. Februar verfütterte der Kopenhagener Zoo vor den Augen der Besucher eine Giraffe an einen Löwen. Die Empörung war groß, doch den Zoos bleibt aus Artenschutzgründen oder Platzmangel meist nichts anderes übrig.

Manche Tierarten vermehren sich in Gefangenschaft besser, als dem Zoodirektor lieb ist. Eine beliebige Vergrößerung des Geländes und der Gehege in einer europäischen Großstadt wie Kopenhagen ist ausgeschlossen. Das Platzangebot bestimmt also die Größe der Tierpopulation im Zoo. Oder anders gesagt: Der überschüssige Nachwuchs wird getötet. Die Tierkadaver dann an Raubtiere zu verfüttern, hält beispielsweise der Kölner Zoodirektor Theo Pagel für vernünftig. Ob das unbedingt öffentlich geschehen müsse, bezweifelt er.

Angst vor Inzucht

Ein weitere Aspekt des Artenschutzes ist die Vermeidung von Inzucht - und genau dieses Problem schlug bei der Giraffe Marius im Kopenhagener Zoo zu. Wenn Einzeltiere ihren Artgenossen genetisch zu ähnlich sind, wenn Inzucht droht, müssen die Tiere aus der Gruppe entfernt werden. Im Kölner Zoo kam es zu einem Inzuchtfall: Ein Tigerkater schwängerte seine Mutter, woraus drei Tigerbabys entstanden. Zoodirektor Pagel will die Tiere aber nicht töten, sondern versucht sie an andere Zoos weiter zu vermitteln.