Vielleicht ist es DIE Möglichkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden: Der riesen Fitness-Spiegel – ähnlich wie ein XXL-Smartphone – der uns den Personal-Trainer nach Hause bringt. Das smarte Sportgerät kann uns auf jeden Fall motivieren, es hat aber auch technische Grenzen und ist sehr kostspielig. Unser Reporter Gregor Lischka hat ihn getestet.

Es ist der innere Schweinehund, der uns mit einer kuscheligen Decke auf das Sofa gelockt und uns dann dort angekettet hat. Vor allem bei ungemütlichen Temperaturen bietet die Couch den perfekten Zufluchtsort, um zu lesen, Serien zu bingen, zu arbeiten und sich auf keinen Fall zu viel zu bewegen.

Eigentlich ganz schön, wenn da nicht das schlechte Gewissen wäre, sobald wir andere am Fenster vorbeijoggen sehen und wir irgendwo den Spruch aufschnappen: "Summer bodies are made in winter", und dieser sich aus unserem Bewusstsein nicht mehr verdrängen lässt. Aber wer will schon bei klirrender Kälte nach draußen, um zu joggen? Das sind doch die Wenigsten, oder?

Riesen-Smartphone als Personal Trainer und Sport-Motivator?

Wem es so auch geht, dem verspricht ein smartes Fitness-Gerät nun die Lösung. Ein Fitness-Spiegel, der die Kurse, den Personal Trainer und die motivierenden Erinnerungen mitliefert, beschreibt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Gregor Lischka.

"Ein mannshoher Spiegel, der in etwa so aussieht wie ein riesiges iPhone. Also spiegelschwarze Oberfläche, runde Kanten, alles sehr schick designet."
Gregor Lischka, Deutschlandfunk Nova

Mit dem Spiegel, der aussieht wie ein Smartphone und Touch- und Swipe-Funktionen bietet, wird auch eine breite Auswahl von fast tausend Kursen mitgeliefert: von Yoga und Latin Dance über Krafttraining bis hin zu Meditationsangeboten.

"Und dann erscheint der oder die Trainerin von Kopf bis Fuß dir gegenüber im Spiegel, macht die Übungen vor und du kannst die parallel nachmachen."
Gregor Lischka, Deutschlandfunk Nova

Neben Live-Kursen gibt es smartes Bewegungstracking und einen monatlichen 1:1 Check-in mit einem Personal Trainer oder Trainerin. Mit dem Coach werden Trainingsziele besprochen und Fragen geklärt. Allerdings ist dieses Angebot von Selbstbeobachtung, Selbstkontrolle und externem Coaching bis hin zu flexiblem Heimzugang, auch mit hohen Kosten verbunden.

Die Anschaffung des Spiegels kostet 2.300 Euro und für die Nutzung der Angebote bezahlt man bei dem Anbieter, den unser Reporter getestet hat, eine monatliche Gebühr von rund 40 Euro.

Fitness-Spiegel: Zwischendurch mal eine halbe Stunde traininieren

Nach dem Training erfasst das smarte Sportgerät die Trainingszeiten, die Wochen- und Monatsleistungen und dokumentiert, welche Muskelpartien beansprucht wurden. Der Fitness-Spiegel kann sich zudem leicht mit Spotify verbinden, unser Reporter kann damit im Internet browsen und seine Herzfrequenz messen.

Die Technik hat auch Grenzen

Das Gerät bietet mehr als das konventionelle Fitnesscenter, aber es kann weniger als ein Personaltrainer, der direkt neben uns steht und uns anleitet, stellt unser Reporter bei seinem Test fest. Denn bei Bewegungsanalysen, bei denen der Spiegel über eine eingebaute Kamera Bewegungen tracken und Korrekturen vorschlagen kann, kommt die Technik an ihre Grenzen, sagt Gregor Lischka.

Sehr gut fand unser Reporter die Option, einmal im Monat einen Personal-Trainer oder eine Trainerin zu buchen. Gemeinsam Übungen durchzugehen und sich Fortschritte im Trainingsplan anzuschauen, hat ihn motiviert, das Training nicht schleifen zu lassen. Auch die Möglichkeit, zu Hause zwischendurch einmal eine halbe Stunde zu trainieren, hat ihm geholfen, regelmäßiger Sport zu machen.

  • Moderation:  Steffi Orbach
  • Gesprächspartner:  Gregor Lischka, Deutschlandfunk Nova