Es heißt ja, wir würden mit den eigenen Aufgaben wachsen. Aber was, wenn die Verantwortung viel zu früh kommt, und eigentlich viel zu groß ist - und wir ins kalte Wasser springen, und völlig unvorbereitet übernehmen müssen?

Lena hatte gerade die Schule fertig, und eine Lehre zur Bankkauffrau angefangen, als ihr Vater ganz plötzlich starb. Damit stand sie vor der Entscheidung: den Bauernhof ihrer Eltern zu übernehmen, oder nicht. Mit 18 entschied sie sich dafür, den Hof, und die Verantwortung für die Familie, die Mitarbeitende und etwa 200 Tiere, zu übernehmen. Wie das für sie war, und wie sie die unerwartete Situation meistert, erzählt sie uns in dieser Ab 21.

Mit zehn nicht nur Tochter, sondern auch Pflegekraft

Julika konnte sich nicht wirklich entscheiden. Seit sie klein war, war ihre Mutter schwer krank, musste gepflegt und betreut werden. Mit sieben übernahm Julika dabei erste Verantwortung, mit zehn war sie nicht nur Tochter, sondern auch Pflegekraft. Bis sie nicht mehr konnte. Mittlerweile hat sie einen Verein gegründet, durch den sie andere in ähnlicher Situation unterstützt.

Denn so wie Julika geht es vielen jungen Menschen, nicht nur in der Schule, sondern auch in der Uni. Professorin Katharina Gröning forscht an der Uni Bielefeld dazu. Sie hat mit vielen Studierenden gesprochen, die zu früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen mussten - und uns davon erzählt.