Elefanten sind weltweit gefährdet – in Botswana und Simbabwe gibt es aber zu viele. Die Überpopulation führt bereits zu Problemen. Auch um Geld ins Land zu bringen, fordern die beiden Länder auf einer Konferenz, die Bestimmungen für den Handel mit Elfenbein zu lockern.

Simbabwe möchte die Erlaubnis haben, seine Elfenbeinbestände und Nashorn im Wert von 600 Millionen Dollar einmalig verkaufen zu dürfen. Doch der Handel mit Elfenbein ist schon seit 1989 verboten. Vor drei Jahren hat das Land schon einmal diesen Vorstoß gewagt, um Geld ins Land zu bringen. Auf der Artenschutz-Konferenz mit 17 weiteren afrikanischen Ländern hat es nun dafür Unterstützung bekommen.

Zu viele Elefanten in Botswana und Simbabwe

Denn obwohl Elefanten weltweit eine gefährdete Tierart sind, gibt es in Botswana und Simbabwe zu viele. Das liegt daran, dass sich Elefanten gezielt Orte suchen, an denen sie gut leben können. Krisengebiete oder etwa Orte, an denen Familienmitglieder erschossen wurden, verlassen sie dagegen. Deshalb sind Elefanten auch nicht gleichmäßig auf dem afrikanischen Kontinent verteilt. In Simbabwe und Botswana scheinen sie also besonders günstige Bedinungen zu finden. Und das wird zum Problem, denn inzwischen leben dort mehr Elefanten, als es in den Gegenden Nahrung für sie gibt.

"Inzwischen schadet die Anzahl an Elefanten in Simbabwe dem natürlichen Lebensraum – sie essen ihn ab und zerstören ihn."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin in Johannesburg

So ist es zu einer Überpopulation in den beiden Ländern des südlichen Afrikas gekommen, sagt ARD-Korrespondentin Jana Genth. Das hat nicht nur Folgen für die Natur, sondern auch für den Menschen. Nach offiziellen Zahlen sind dieses Jahr bereits 60 Menschen bei Zusammenstößen mit Elefanten gestorben. Deshalb möchte Simbabwe neben dem gelagerten Elfenbein auch mit lebenden Tieren handeln dürfen.

Gegner warnen vor Aufblühen des Schwarzmarktes

Gegner dieses Vorstoßes warnen aber vor einer Lockerung der Bestimmungen. Es gibt Studien, die sagen, dass der legale, einmalige Verkauf auch den Schwarzmarkt wiederbeleben würde, so unsere Korrespondentin.

Denn wenn es wieder Elfenbein im Umlauf gebe, würde auch die Nachfrage wieder steigen und wieder mehr Elefanten gewildert werden.

"Ein Minister aus Botswana erinnerte an Bruno den Problembären in den bayerischen Alpen 2006. Er sagte: Wenn Europa es nicht schaffe, einen Bären am Leben zu halten, der ein paar Schafe reiße, dürfe es nicht über Afrika urteilen."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin in Johannesburg

Simbabwe hat sich auf der Konferenz die Unterstützung vieler afrikanischer Länder gesichert. Sie wollen auf der Artenschutz-Konferenz im November in Panama geeint auftreten und auch die Länder der Nordhalbkugel überzeugen.

Das dürfte zu heftigen Diskussionen führen, denn diese Länder halten an dem Verbot fest: Das Problem der Überpopulation betreffe nur einzelne Länder – weltweit überwiege die Gefährdung der Elefanten.