Seit Langem wird vor Zucker gewarnt. Ein überhöhter Zuckerkonsum führt zu Fettstoffwechselstörungen, Leberschäden, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und Infarkten. Außerdem haben vor einigen Jahren Wissenschaftler in einem Experiment mit Ratten nachgewiesen, dass Zucker süchtig macht. Zucker stillt kurzfristig das Hungergefühl, macht aber nicht nachhaltig satt. Schnell stellt sich wieder Hunger und oft auch die Lust auf Süßes ein.

Viele Menschen nehmen die Warnungen vor Zucker ernst und wollen sich bewusst und gesund ernähren. Daher werben einige Unternehmen für Produkte mit "gesundem" Zuckerersatz wie Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder Honig. Doch der Diabetologe Nikolaus Scheper warnt:

"Alle Zucker, die wir zu uns nehmen, egal wie die aussehen, ob das Malzzucker, Haushaltszucker, Fruchtzucker ist, alles wird vom Körper bis zur Glukose, zum Traubenzucker, verarbeitet."
Nikolaus Scheper, Diabetologe

In den alternativen Zuckerarten sei der Zucker so verpackt, erklärt Nikloaus Scheper, dass der Körper länger braucht, um den Zucker aufzuspalten. Dadurch steigt der Insulinspiegel im Blut nicht so schnell und das Hungergefühl stellt sich nicht direkt wieder ein. Am Ende der Verdauungskette - egal um welche Zuckerform es sich handelt - kommt Glukose heraus, das ins Blut gelangt. Dadurch erhöht sich Insulinspiegel, der wiederum für das Hungergefühl zuständig ist.

Industrie beeinflusst Zuckerkonsum

Wer die Kontrolle über den Zuckerkonsum behalten will, muss beim Einkaufen auf die klein gedruckten Inhaltsstoffe achten. Denn selbst in Lebensmitteln, wo kein Zucker reingehört, werde Zucker beigemischt, erklärt Nikolaus Scheper. Die Industrie habe uns schon längst auf die Geschmacksqualität "süß" getrimmt, beklagt Nikolaus Scheper. Deshalb lautet sein Rat: "Leute, lasst dieses Süßzeug weg - egal ob da Zucker oder Zuckerersatz drin ist!"

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