Die Reisezeit hat begonnen, und damit fahren auch wieder mehr Menschen mit der Bahn. An sieben Bahnhöfen in Deutschland testet die Deutsche Bahn deshalb ihr neues Hygiene-Konzept. Dabei wird viel an die Eigenverantwortung der Reisenden appelliert.

Gleich am Eingang des Bremer Bahnhofs hängen vier riesige, rote Schilder mit dem Hinweis: Bitte eine Maske tragen. Der kontaktlose Desinfektionsmittel-Spender am Eingang ist an diesem Tag kaputt, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Felicitas Boeselager. Im Innern des Bahnhofs fallen ebenfalls sofort viele rote Plakate und Aufkleber ins Auge. Durchsagen erinnern immer wieder daran, Abstand zu halten.

Bremen ist einer der sieben Bahnhöfe, der Teil des neuen Hygiene-Konzept-Tests der Deutschen Bahn ist. Mit dabei sind noch Düsseldorf, Frankfurt am Main, Regensburg, Stuttgart, Berlin und Dresden. Um die Menschen nicht zu verwirren, unterscheiden sich die Maßnahmen laut der Deutschen Bahn kaum von denen in einem Restaurant. Nur auf das Angeben von Name und Adresse wird verzichtet, sagt Felicitas Boeselager.

Vorgegebene Laufrichtungen

Kreuz und quer durch den Bahnhof zu schlendern, ist jetzt nicht mehr erlaubt. Überall weisen Schilder und Aufkleber auf dem Boden die Laufrichtungen vor. Bei Treppen geht es deshalb nur noch auf der einen Seite hoch und auf der anderen Seite runter. Hier zeigen rote Fußspuren den Reisenden den Weg.

"Das Crowdmanagement soll zum Beispiel dadurch klappen, dass Reisende nur noch auf einer Seite der Treppe hoch und auf der anderen runter gehen sollen."
Felicitas Boeselager, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auch bei den Einzelhändlern am Bahnhof sind die unterschiedlichen Ein- und Ausgänge gekennzeichnet. Vor den Läden weisen Bodenmarkierungen darauf hin, Abstand zu halten.

Abstand am Gleis: Einfach gut verteilen

Auch die Bahnfahrenden tragen Verantwortung dafür, dass sich am Bahnsteig keine Menschenansammlungen bilden. Oft gebe es das Phänomen, dass sich alle Menschen in die Mitte stellen, erzählt der Sprecher der Deutschen Bahn, Achim Strauß. Mit Durchsagen und Schildern sollen die Reisenden daran erinnert werden, sich auf dem gesamten Bahnsteig zu verteilen.

"Wir weisen durch Durchsagen, aber auch Aushänge daraufhin, dass man sich möglichst auf der ganzen Länge des Bahngleises verteilen soll."
Achim Strauß, Sprecher der Deutschen Bahn

Mehr mobile Reinigungsteams

Zudem sind deutlich mehr mobile Reinigungsteams geplant. Rund um die Uhr sollen die Teams Kontaktflächen wie die Knöpfe in den Aufzügen oder Türgriffe reinigen. Ein besonderes Augenmerk liege auf den Knöpfen und Bildschirmen der Automaten. Hier seien die Leute in den letzten Wochen besonders vorsichtig gewesen, erzählt Achim Strauß.

"Auch bei den Fahrkarten- und Snackautomaten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Empfindlichkeit der Reisenden jetzt viel höher ist, deswegen sind wir dort präsent und machen viel häufiger sauber als früher."
Achim Strauß, Sprecher der Deutschen Bahn

Größerer Bahnhof, mehr Maßnahmen

Wie sich die Maßnahmen von Bahnhof zu Bahnhof unterscheiden, hängt vor allem von der Größe des Bahnhofs ab. An größeren Bahnhöfen, an denen auch mehr Menschen unterwegs sind, gibt es zusätzlich spezielle Reiniger, die beispielsweise die Rolltreppen mit UVC-Licht reinigen. Auch Experimente mit Keim-mindernden Lacken werden bereits gemacht, sagt Achim Strauß.

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Ein weiterer Unterschied: Während in der Deutschen Bahn immer eine Maskenpflicht herrscht, gibt es diese Pflicht an einigen Bahnhöfen nicht mehr.