Wenn ihr Bus, Straßenbahn oder Zug fahrt, müsst ihr ein Ticket kaufen: am Automaten, per App oder per Smartphone, das ihr beim Einsteigen vor einen Sensor haltet. Informatiker aus Österreich haben das Ganze jetzt noch weiterentwickelt: In Zukunft müssen wir beim Ein- und Aussteigen gar nichts mehr machen.

Forscher des Austrian Institute of Technology (AIT) haben eine App entwickelt, die vollautomatisch Tickets für Bus und Bahn löst, berichtet unser Netzreporter Konstantin Köhler. MODE nennt AIT seine Software-Lösung.

"Bequemer geht es für uns Fahrgäste nun wirklich nicht mehr."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Nachdem ihr euch einmal registriert und eure Zahlungsdaten angegeben habt, müsst ihr anschließend tatsächlich gar nichts mehr machen - außer die App auf dem Handy aktiviert zu haben.

Automatische Buchungen

Wenn ihr ein- und aussteigt oder das Verkehrsmittel wechselt, werden im Hintergrund die Tickets gelöst und der Fahrpreis abgebucht.

"Wenn ihr ein- und aussteigt oder das Verkehrsmittel wechselt, werden im Hintergrund die Tickets gelöst und der Fahrpreis abgebucht. Alles läuft vollautomatisch."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Warum dieses System - in den Zeiten rasender Digitalisierung - erst jetzt entwickelt wurde, hat damit zu tun, dass das alles technisch gar nicht so einfach zu lösen ist, sagt unser Netzreporter. Jedes Handy habe zwar ein GPS-Modul - die App weiß also, wo ihr gerade seid und wie schnell ihr euch bewegt.

Schematische Darstellung: Funktionsweise der Software MODE des Austrian Institute of Technology (AIT)
© AIT
Die Funktionsweise von MODE in der Übersicht

In einer Stadt mit viel Verkehr sei aber zum Beispiel ein Fahrrad häufig mit ähnlicher Geschwindigkeit wie ein Bus unterwegs. Das System muss also erst einmal sicher verifizieren können, dass ihr gerade im Bus sitzt und nicht auf dem Fahrrad. Oder in der Straßenbahn und nicht im eigenen Auto.

Herausforderung für die Software

Die Software muss diverse Parameter erkennen, analysieren, belastbar zusammenführen und auswerten. Acht verschiedene Verkehrsmittel werden erkannt. Sie alle beschleunigen und bremsen anders. Dann gibt es natürlich die Fahrpläne, die der Software (mehr oder weniger verlässliche) Hinweise darauf geben, wann ein Bus oder eine Bahn abfährt bzw. am Ziel ankommt. Dazu kommen die Echtzeit-Informationen, die dem System mitteilen, dass zum Beispiel gerade ein Zug wegen einer technischen Störung stehengeblieben ist.

Der multimodale Verkehr

Netzreporter Konstantin Köhler findet die AIT-Software MODE praktisch - nicht nur, weil sie ganz unmittelbar die Nutzung der ÖVM so einfach macht, sondern weil sie seiner Meinung nach helfen kann, generell die Mobilität weiterzuentwickeln.

"Die Software ist ein wichtiger Schritt hin zum multimodalen Verkehr, also der Zusammenführung unterschiedlicher Verkehrsmittel."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Irgendwann wird es eine App geben, in die wir nur noch eintragen: Ich möchte von hier nach da. Die App sucht mir anschließend aus allen möglichen Verkehrsmitteln die ideale Route heraus, inklusive ÖVM, E-Scooter, Leihfahrrad, Carsharing und Co.