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Am Samstag ist es soweit: Zum Saisonabschluss dürfen in einzelne Stadien wieder Fußballfans. In Berlin zum Beispiel. Union-Fan Sig Zelt könnte dabei sein. Aber er wartet lieber noch, bis alle wieder rein dürfen.

Sig Zelt wird nicht im Stadion stehen, wenn sein Fußballverein Union Berlin am Samstag gegen Leipzig kickt. "Es gibt dazu bei den Fans unterschiedliche Auffassungen", sagt er.

Neben Union Berlin lässt auch München Fans ins Stadion. Erlaubt sind 250. In Rostock dürfen sogar 7500 Menschen das Spiel gegen den VfB Lübeck sehen. Für Rostock geht es dann um den Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Fußballspiele wieder mit Fans

So wie Sig Zelt wollen nicht alle zurück in die Kurve. Es gibt Fans, die verzichten lieber noch, solange im Stadion nur jeder elfte Platz besetzt ist. Wenn die Fans einzeln herumstehen und nicht richtig laut sein dürfen. Denn im Stadion gelten Hygieneregeln. "Das ist dann nicht das, warum wir ins Stadion gehen", sagt Sig Zelt.

"Ich würde natürlich auch gerne ins Stadion gehen. Aber nicht unter diesen Umständen."
Sig Zelt, Union Berlin-Fan und Sprecher der vereinsübergreifenden Initiative Pro Fans

Für ihn kommt hinzu, dass er vielleicht mit viel Glück ein Ticket ergattert, aber seine Freunde vor dem Stadion bleiben müssen. "Da bin ich doch lieber solidarisch und bleib auch draußen", sagt Sig Zelt.

Aber andere Fans wollen durchaus ins Stadion, und für sie hat Sig Zelt auch vollstes Verständnis. Sie wollten endlich ihre Mannschaft wieder spielen sehen. Dieses Erlebnis sei für sie der entscheidende Punkt.

Rostock und Berlin lässt Fans zu, Kiel verzichtet

Diese unterschiedlichen Perspektiven gibt es auch auf Seiten der Vereine. Holstein Kiel zum Beispiel hatte ebenfalls eine Genehmigung der Stadt, vor Fans zu spielen. Doch der Club verzichtet darauf. Denn man will keine Sonderrolle einnehmen, so der Verein. Und man wolle nicht den Wettbewerb verzerren. Denn bei einem Heimspiel werden sicherlich viel eigene Fans in der Kurve stehen und motivieren.

"Die Entscheidung ist sehr nobel von Holstein Kiel", sagt Sig Zelt. Die Fans könnten stolz auf ihren Verein sein. Aber er kann auch verstehen, wenn ein Verein anders entscheidet.

Klar ist, dass Fans einen Unterschied machen. Das hätten die vergangenen Monate gezeigt, auch wenn zum Beispiel der Verein von Sig Zelt auch ohne Fans eine sehr gute Saison spielt.

"Zuschauer im Fußballstadion machen doch einiges aus."
Sig Zelt, Union Berlin-Fan und Sprecher der vereinsübergreifenden Initiative Pro Fans

Die Zeit der Pandemie und den Spielen ohne Fans hätten gezeigt, dass es einen Heimvorteil gibt. Der sei in der Zeit ohne Fans nicht mehr so wichtig gewesen, so Sig Zelt.

Und sobald er mit seinen Freunden wieder gemeinsam ins Stadion kann, wird er wieder dabei sein.