Sie ist einer der größten Kinohits der Achtziger - die "Zurück-in-die-Zukunft"-Reihe. Teil 2 kam 1989 in die Kinos - und spielt im Jahr 2015. Zeit für einen Realitätscheck.

Die Hosentaschen nach außen tragen - das ist halt so im Jahr 2015. Zumindest haben sich das die Macher von "Zurück in die Zukunft II" so vorgestellt. Der zweite Teil der Abenteuer des zeitreisenden Schülers Marty McFly wurde im Jahr 1989 gedreht - und er handelt davon, dass der Doktor und Marty ins Jahr 2015 reisen. Es gibt also keinen besseren Zeitpunkt für den Realitätscheck - zwischen Hollywood und Wirklichkeit.

Ausgedacht haben sich dieses Szenario Regisseur Robert Zemeckis und sein Drehbuchautor Bob Gale - mit allem, was dazugehört. DRadio-Wissen-Autor Hendrik Efert hat rund 25 futuristische Einrichtungen und Gerätschaften gezählt, als er sich "Zurück in die Zukunft II" noch einmal angesehen hat.

Womit die Macher danebenlagen?

  • Autos fliegen 2015 immer noch nicht.
  • Wetterprognosen sind heute kaum besser als 1989.
  • Der selbstbindende Schuh ist heute noch kein Standard, auch wenn Nike 2015 genau so ein Modell auf den Markt bringt.
  • Wir kommunizieren kaum noch über Faxgeräte.

Die größte Enttäuschung für alle Fans der Serie ist aber ein Fortbewegungsmittel, das leider immer noch auf sich warten lässt: das Hoverboard - eine Art Skateboard, das schwebt, statt rollt. Auch wenn Tüftler seit 1989 nichts unversucht lassen.

Und dann sind da Prognosen, bei denen sich Robert Zemeckis und Bob Gale als Visionäre erwiesen haben.

  • Videotelefonie, Flachbildschirme und Datenbrillen gehören 2015 dazu.
  • Das wachsende ökologische Bewusstsein lässt sich nicht mehr abstreiten.
  • Der Schönheitswahn hat weite Teile der Bevölkerung befallen.
  • Und im Kino wird jeder halbwegs erfolgreiche Film zu einer Fortsetzungsorgie ausgewalzt.
"It’s a movie, you know. We’re not trying to be social scientists here and really predict the future."
Bob Gale, Drehbuchautor von "Zurück in die Zukunft"

Die Maxime von Robert Zemeckis und Bob Gale: keine möglichst realistische Darstellung der Zukunft. Ihr 2015 sollte der Handlung dienen und unterhalten. Und noch etwas war ganz wichtig: Ihr Blick in die Zukunft ist optimistisch. 2015 auf der Leinwand sollte ein bisschen besser als das reale 1989 sein. Also keine Dystopie à la "Blade Runner", in der fast nichts mehr an die Gegenwart erinnert.

Das größte Problem dabei: Der Zuschauer eines Blockbusters muss sich dem Gezeigten identifizieren können. Mit den Protagonisten aber eben auch mit den Gegenständen, die zu sehen sind. Damit das klappt, haben sich Zemeckis und Gale einzelne Alltagsgegenstände angesehen und überlegt, wie sie sich bis zur Gegenwart entwickelt haben. Und darum piepen in "Zurück in die Zukunft" die Faxgeräte um die Wette. Die Technologie setzte sich damals gerade durch. E-Mails kannten damals dagegen nur einige Wissenschaftler.