Mit den Europäern kamen viele neue Krankheiten nach Amerika. Millionen Indigene starben zum Beispiel an Pocken, Masern oder Grippe - weil die Erreger komplett neu waren für ihr Immunsystem. Bis jetzt dachte man, dass die Europäer auch Scharlach eingeschleppt haben.

Eine Studie im Fachmagazin Nature Communications zeigt aber, dass der Erreger wohl schon viel früher auf dem Kontinent präsent war. Die Forschenden haben DNA einer Mumie aus dem heutigen Bolivien analysiert. Der Mann lebte im 13. oder 14. Jahrhundert nach Christus - also lange vor der Ankunft der Europäer. Auf einem seiner Zähne fand das Team Überreste des Scharlach-Erregers Streptococcus pyogenes.

Genetisch unterschied sich dieser Stamm zwar noch ziemlich von heutigen Scharlach-Erregern - einige der krankmachende Eigenschaften hatte er aber schon.

Wie Scharlach jetzt auf den amerikanischen Kontinent kam, ist unklar. Möglicherweise brachten den Erreger schon die allerersten Siedler am Ende der letzten Eiszeit mit.