Sowas in der Art haben die Umweltorganisation Summit Foundation und die schweizerische Uni Lausanne versucht. Sie wollten wissen, ob man damit die Plastikplanen ersetzen könnte, mit denen man Gletscher abdeckt, um deren Schmelze zu verlangsamen. Seit Juni bis jetzt im September haben sie zwei Areale auf einem Gletscher mit Schafwolle zugedeckt, und zum Vergleich daneben die herkömmlichen Plastikplanen. Erste Messungen zeigen, dass die Schafswolle die Gletscherschmelze genauso gut verlangsamt wie die Planen, nämlich um bis zu 70 Prozent.
Bei den Planen besteht die Gefahr, dass Mikroplastik in den Wasserkreislauf gelangt. Schafswolle hingegen ist ein natürliches Material, das in der Schweiz zuhauf anfällt. Schätzungsweise wird bis zu 70 Prozent der Schweizer Schafswolle vernichtet, weil die Tiere dort hauptsächlich wegen ihres Fleisches und ihrer Milch gezüchtet werden.
Allerdings kann weder die synthetische noch die Wolldecke die Gletscher retten. Laut der Summit Foundation können durch solche Abdeckungen jährlich rund 300.000 Kubikmeter Schnee erhalten werden. Das ist aber wenig im Vergleich zu den fast einer Milliarde Kubikmeter, die jedes Jahr verloren gehen.
