Darauf deuten Daten aus dem aktuellen Zahnreport der Barmer Krankenkasse hin. Demnach wurden im Untersuchungszeitraum 60 Prozent der Mädchen zwischen acht und 17 Jahren kieferorthopädisch behandelt, zehn Prozentpunkte mehr als bei den gleichaltrigen Jungen, die auf 50 Prozent kommen. Für den Zahnreport wurden Daten von gut 50.000 Kindern und Jugendlichen über einen Zeitraum von 10 Jahren ausgewertet.
Unterschiede zeigten sich nicht nur zwischen Jungen und Mädchen - sondern auch zwischen den Bundesländern. Zahnspangen-Spitzenreiter war Bayern mit 60 Prozent, in Bremen wurden nur 46 Prozent der Kinder und Jugendlichen beim Kieferorthopäden behandelt. Die Krankenkasse sieht darin einen Hinweis auf eine mögliche Übertherapie - also dass in einigen Bundesländern häufiger Zahnspangen zum Einsatz kommen, die eigentlich überflüssig sind.
Bei Kindern und Jugendlichen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung, Erwachsene tragen zum Teil auch Spangen, um ihre Zähne zu richten, müssen die Behandlung aber in der Regel selbst zahlen.