Das ist "Guten Tag, wie geht's?" rückwärts gesprochen.
Ein Forscher der Uni Marburg hat in einem Übersichtsartikel zusammengefasst, was die Forschung darüber weiß. So gibt Rückwärtssprache zum Beispiel einen Einblick in die zeitliche Organisation von Sprache im Gehirn. Das braucht wohl nicht immer die exakte zeitliche Reihenfolge der Laute, um sie zu verstehen.
Menschen, die besonders gut rückwärts sprechen können, haben wohl ein besonders gutes Arbeitsgedächtnis, das heißt, sie können Informationen besonders gut kurzzeitig speichern und verarbeiten. Außerdem haben sie wohl ein feines Gespür für Sprachlaute und deren Abfolge. Rückwärtssprache ist damit für die Forschung ein Werkzeug, um die Mechanismen menschlicher Sprachverarbeitung zu verstehen.
Die Fähigkeit, rückwärts zu sprechen, beginnt übrigens häufig damit, dass man auch schreiben kann. Menschen nehmen die geschriebenen Buchstaben und ordnen sie dann verkehrt herum an. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: das phonetische Rückwärtssprechen, wo es um die Reihenfolge der Sprachlaute geht, aus dem Wort "schön" wird rückwärts dann "nösch", was sich einfacher ausprechen lässt als wenn alle Buchstaben tatsächlich in umgekehrter Reihenfolge sind ("nöhcs").
