Das Wiehern eines Pferdes ist ein vertrautes Geräusch, aber akustisch eigentlich ziemlich ungewöhnlich. Denn es besteht gleichzeitig aus hohen und tiefen Tönen.

Ein europäisches Forschungsteam hat das Rätsel ergründet, wie Pferde es schaffen, diese Laute parallel zu erzeugen. Seine Ergebnisse stellt das Team in der Fachzeitschrift Current Biology vor: Die Pferde pfeifen durch ihren Kehlkopf - das erzeugt die hohen Töne, und dabei vibrieren zusätzlich ihre Stimmbänder und erzeugen tiefere Töne, ähnlich wie bei Menschen beim Singen.

Das Team geht davon aus, dass Pferde diese zweistimmigen Lautäußerungen entwickelt haben, um sich gegenseitig mehrere Botschaften gleichzeitig übermitteln zu können.

Größere Säugetiere geben in der Regel tiefere Laute von sich, weil größere Tiere meist auch größere Kehlköpfe haben. Forschende haben jedoch Ausnahmen von dieser Regel festgestellt – und das Wiehern von Pferden ist ein prominentes Beispiel dafür.