Der Zweite Weltkrieg tobte auch in Ägypten. Die Kriegsparteien, darunter auch Deutschland, ließen schätzungsweise 20 Millionen Landminen zurück. Die Minen gefährden bis heute die Menschen vor Ort. Über 700 Opfer gibt es schon.

Eine Landmine hat Abdallah Shahiby seine rechte Hand abgerissen und ein Auge zerstört. Abdallah lebt in Ägypten nahe der libyschen Grenze.

In der Wüste im Nordwesten Ägyptens, liegen auf einer Fläche, die dreimal so groß ist wie Berlin, schätzungsweise 20 Millionen Landminen. Das ist etwa ein Fünftel aller vergessenen Sprengsätze weltweit. Die Minen in Ägypten stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die damaligen Kriegsgegnern Deutschland, Italien und Großbritannien haben die Minen zurückgelassen.

"Wenn dir eine Hand oder ein Fuß fehlt, heißt das nicht, du hast dein Gehirn verloren."
Abdallah Shahiby, Minenopfer und Aktivist

Abdallah kämpft dafür, dass diese Länder ihm und anderen Opfern helfen. Er hat mit ein paar Mitstreitern einen Selbsthilfe-Verein gegründet, der Geld von den Vereinten Nationen bekommt. Das Geld geht in Form von Mikrokrediten an Opferfamilien, damit sich diese eine neue Lebensgrundlage aufbauen können. Außerdem sei die Hilfe, so Shahiby, ein wichtiges Zeichen für die Opfer von Landminen, die meist starke körperliche Behinderungen erfahren. Denn Menschen mit Behinderung haben es nicht leicht in Ägyptens Gesellschaft.

Vermintes Gebiet mit Rohstoffen

Die Vereinten Nationen stocken die Hilfe für Minenopfer jedes Jahr auf. Das Geld dafür kommt aus Großbritannien und Australien. Deutschland hat seine finanzielle Unterstützung Ende 2012 eingestellt. Aus dem Außenministerium heißt es dazu, man konzentriere die Förderung von Hilfsmaßnahmen auf Länder, die dem Anti-Personen-Minen-Übereinkommen beigetreten seien - Ägpyten hat dies bislang abgelehnt.

Bislang wurde ein Zehntel der Fläche im Nordwesten Ägyptens von Soldaten nach Minen durchkämmt. Die Bergung kostet viel Geld. Und vor allem kann das verminte Land nicht genutzt werden. Doch dort soll es Gas- und Ölvorkommen geben.