Die Küste in Südkalifornien - bislang waren das Traumstrände. Seit einer Woche ist damit Schluss. Eine Öl-Pipeline ist gebrochen. Seitdem schwimmt auf einer Länge von etwa 15 Kilometern ein riesiger Ölteppich.

Ein schmieriger Teppich - direkt vor Santa Barbara. So sieht es gerade vor der kalifornischen Küste aus. Aus einer löchrigen Pipeline sind Zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen. Schon am vergangenen Dienstag ist die Pipeline abgeschaltet worden, erzählt unser Korrespondent Wolfgang Stuflesser. Das Problem: Die Leitung verläuft unter der Erde.

Nicht das erste Leck bei einer Pipeline von All American. Nach einem Bericht der Los Angeles Times ist die Quote an Zwischenfällen pro Meile bei dem Unternehmen dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt. Seit 2006 sind aus All-American-Pipelines mehr als zweieinhalb Millionen Liter Öl ausgelaufen.

Eine Theorie geht davon aus, dass das Leck in der Pipeline auf Korrosion zurückzuführen ist. Um Genaueres herauszufinden, wird die Pipeline jetzt ausgebuddelt. Das beschädigte Stück soll dann an die zuständige Behörde geschickt werden.

"Es klingt nicht so, als wäre All American der Musterknabe in der Branche."
Wolfgang Stuflesser, Korrespondent in Kalifornien

Weil die Leitung ein Stück weit vom Meer weg liegt, sind nur 80.000 Liter der ausgetretenen 400.000 ins Meer geflossen. Und das durch einen Kanal, der für Trinkwasser gedacht ist. Dass der Ölteppich so dicht vor der Küste liegt, bringt allerdings auch Probleme mit sich: Für Schiffe ist die Stelle zu seicht.

Wie viele Tiere der Ölkatastrophe zum Opfer gefallen sind, lässt sich noch nicht sagen. Zurzeit sind die Helfer damit beschäftigt, die lebenden Tiere zu retten. An der kalifornischen Küste sind viele Wale unterwegs, die von Mexiko nach Alaska schwimmen. Zurzeit tragen Dutzende Helfer in Schutzanzügen den verdreckten Sand ab und sammeln ölverschmierte Pelikane und tote Hummer ein. Währenddessen kreisen auf dem Wasser Spezialboote, die versuchen, den Ölfilm abzugrenzen und ihn dann abzuschöpfen. Darunter auch Fachleute, die auch schon bei der Katastrophe der Deepwater Horizon im Einsatz waren.