Ganz klein und auf dem Arm, so hat es bei Malina mit den Tattoos angefangen. Vor dem ersten Stich muss er die Geschichte verstehen, sagt Ricardo Valle. Er tätowiert selbst.

28 Tattoos hat sich Malina bis heute stechen lassen – eine große Eule an den Schultern, ein Einhorn mit Eiswaffel am Oberarm und einen Fuchs am Unterschenkel – zum Beispiel. Ganz sicher ist sie sich mit der Zahl nicht, vielleicht hat sie etwas übersehen. Bei manchen der Tätowierungen fehlt noch etwas Farbe, aber in diesem Jahr hat sie keine Termine im Studio mehr.

"Ich bin allgemein keine Person, die groß Sachen bereut. Selbst wenn mir ein Motiv nicht mehr gefallen könnte, verbinde ich damit immer noch Sachen, die mir zu der Zeit gefallen haben."
Malina, lässt sich gerne tätowieren
Malina, lässt sich gerne tätowieren
© privat

Angefangen hat es mit dem Motiv "Heiligtümer des Todes" von Harry Potter als sie 18 war. Sie musste niemanden mehr um Erlaubnis fragen. Speziell weil sie einige Motive aus Harry Potter hat stechen lassen, ist sie auch mit dem Vorwurf der Transphobie gegenüber Autorin Joanne K. Rowling vertraut. Malina sagt: "Ich glaube, alle sind sich einig: Harry Potter ist cool, J. K. Rowling halt einfach gar nicht."

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Moral und Motiv

Malina hofft, dass es so bleibt oder dass die Autorin sich noch mal äußert und ihre Aussagen revidiert. Sollte die Sache weiter eskalieren, fände sie das nicht gut. Zwar seien Werk und Autor nicht zu trennen, bei Harry Porter sei aber die Community und die Welt darum viel größer als die Autorin, meint Malina.

"Meine Tattoos haben wirklich mein Selbstbewusstsein, was meinen Körper anbelangt, einfach nach oben katapultiert."
Malina, lässt sich gerne tätowieren

Aber selbst wenn: Reue ist nicht so ihre Sache, sagt Malina und außerdem verbindet sie mit ihren Tätowierungen eine deutliche Verbesserung ihres Körperbewusstseins.

Covern oder entfernen

Ricardo Martins de Valle tätowiert selbst und kennt durchaus Menschen, die bestimmte Tattoos nicht mehr auf ihrem Körper tragen möchten. Covern – also überdecken – ist eine Option oder das Entfernen. Ricardo leitet die Europäischen Schule für Tattoos und Piercings in Berlin.

"Wir haben wirklich sehr viele Frauen, die Tattoos bereuen und sie weg oder gecovert haben möchten."
Ricardo Martins de Valle, Tätowierer

Angesagt sind gerade Single-Line- oder Fine-Line-Tattoos. Von den Motiven sind das häufig Blumen oder einfache Porträts von Hunden und Angehörigen zum Beispiel. Meistens werden diese Bilder maschinell gestochen. "So eine Feinarbeit, nachdem es abgeheilt ist, sieht mit der Maschine in der Regel besser aus", erklärt Ricardo.

Noch immer völlig uncool sind Tribals, also so flächige, dunkelfarbige Ornamente. Dazu gehört auch das sogenannte Arschgeweih auf dem Rücken oberhalb des Steißbeins.

Um diese Reue zu vermeiden, sind Ricardo Gespräche mit seinen Kundinnen und Kunden vor dem Stechen besonders wichtig. Mehr Informationen machen seine Arbeit einfacher, sagt er. Unsicheren Kundinnen und Kunden empfiehlt er stets, noch mal eine Nacht darüber zu schlafen. Seine Botschaft ist: "Das ist für dein ganzes Leben."

"Wenn ich bei dem Gespräch merke, dass der Kunde nicht wirklich sicher ist. Sage ich: Nun geh nach Hause, schlaf und dann komm zurück. Und wenn du sicher bist, lassen wir es tätowieren."
Ricardo Martins de Valle, Tätowierer
Ricardo Martins de Valle, Tätowierer
© privat
Ricardo bei der Arbeit

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Malina hat mit den Heiligtümer des Todes von Harry Potter als Tattoo-Motiv angefangen.
  • Ricardo Valle ist Tätowierer und leitet die Europäische Schule für Tattoos und Piercings in Berlin.
  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartnerin:  Malina, trägt ihre schätzungsweise 28 Tattoos mit persönlichem Gewinn
  • Gesprächspartner:  Ricardo Martins de Valle, Tätowierer