Wikipedia ist die Online-Enzyklopädie schlechthin. Auch an Unis wird sie mittlerweile genutzt. Zwar ist Wikipedia nach wie vor keine wissenschaftliche Quelle, aber absolut hilfreich. Nicht allein, um Informationen zu filtern, sagt die Historikerin Silke Schwandt.

Silke Schwandt nutzt selbst Wikipedia und setzt sie auch in der Lehre ein. Sie ist Professorin für Digital History an der Uni Bielefeld. Nach 20 Jahren sei das Online-Lexikon als Informationsquelle nicht mehr wegzudenken. Aber entscheidend sei, wie die Userinnen und User Wikipedia richtig nutzen.

Glückwunsch: Wikipedia wird 20

Denn: "Die Wikipedia ist erwachsen geworden", sagt Silke Schwandt. An einzelnen Artikeln werde deutlich, wie viel Recherche dahinter steckt. Ebenso gibt es teils umfangreiche und gut recherchierte Literaturverzeichnisse ergänzend zu Lexikon-Einträgen.

"Die Wikipedia dient dazu, sich zu orientieren und schnell Informationen abzugreifen."

Aber Wikipedia sei keine wissenschaftliche Quelle. Bei Hausarbeiten sollten Studierende bei der Literatur auf Einträge aus dem Online-Lexikon verzichten, rät Schwandt. Auch weil in den Artikeln häufig nicht klar zu erkennen sei, wer Autor oder Autorin ist.

"Wikipedia ist keine wissenschaftliche Literatur."
Silke Schwandt, Professorin für Digital History an der Uni in Bielefeld

Trotzdem hat Wikipedia heute einen anderen Stand als zu Beginn. Auch weil sich digitale Kultur insgesamt gewandelt hat. "Generell nutzen wir heute viel stärker digitale Informationsquellen", sagt Schwandt. "Die Wikipedia ist im Vergleich zu ganz vielen anderen Plattformen ein etabliertes Format geworden."

Wikipedia und gute Quellenkritik

An den Diskussionsseiten, die es ergänzend zu vielen Artikelseiten gibt, lässt sich erkennen, welche Rechercheschritte eingeflossen sind. Auch wie viel und welche Diskussionen es um einzelne Einträge gibt. Genau das kann hilfreich sein, um sich einem Inhalt quasi zu nähern, um Informationen zu sammeln und eben weiter zu recherchieren.

"Man muss eben wissen, wie man die Wikipedia benutzen kann, um nach Infos zu filtern. Dann ist das ein gutes Instrument."
Silke Schwandt, Professorin für Digital History an der Uni in Bielefeld

Diesen "richtigen Umgang" mit Wikipedia, aber auch mit Google ist Teil ihrer Lehre. Bei der Online-Enzyklopädie aber auch bei den Suchmaschinen sei entscheidend zu verstehen, wie Informationen zu bewerten sind. Wie werden die Infos generiert? Entsprechen sie den Kriterien für das wissenschaftliche Arbeiten? Gerade das Suchen in Wikipedia sei eine gute Übung, wie Quellenkritik funktioniert, so Silke Schwandt.

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