Im Oktober 1969 wurde zum ersten Mal eine Textnachricht von einem Rechner zum anderen übertragen: die Geburt des Internets. Markus Beckedahl gratuliert und mahnt: Das Netz braucht Verschlüsselung und Dezentralität.

Happy Birthday, liebes Internet,
wie schön, dass du geboren bist - wir hätten dich sonst sehr vermisst!

Zugang zu Informationen überall auf der Welt, Kommunikation über Ländergrenzen hinweg, Unabhängigkeit von Zeit und Ort, Wikipedia: Das sind nur einige positiven Dinge, die uns das Internet in den letzten 45 Jahren beschert hat, sagt Markus Beckedahl, Netzaktivist und Gründer von Netzpolitik.org. Es gebe aber nicht nur Grund zum Feiern.

"Wir haben nicht aufgepasst, dass Digitaltechnologien perfekt geeignet sind, unser ganzes Leben zu überwachen. Das haben weitgehend unkontrollierte Geheimdienste ausgenutzt."

Zwischen Freiheit und Überwachung

Die massenhafte Überwachung durch die NSA und andere Geheimdienste, die dank Edward Snowden bekannt geworden ist, habe sich schon vor etwa 15 Jahren angekündigt - unter dem Stichwort Echelon-Skandal: Schon damals wurde aufgedeckt, dass NSA und Partnergeheimdienste das Internet am liebsten total überwachen würden. Es gab einen Untersuchungsausschuss im EU-Parlament - für den sich aber spätestens nach dem 11. September 2001 niemand so wirklich interessierte. Markus Beckedahl hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass die aktuelle Entwicklung rückgängig zu machen ist.

"Wenn wir jetzt gegensteuern, mehr verschlüsseln und mehr auf Dezentralität setzen, dann können wir uns aus den Klauen dieser Total-Überwachung wieder befreien."

Ist Open Source die Zukunft des Netz?

Auch in Open-Source-Projekten lägen Chancen für die Zukunft des Internets und nicht zuletzt, sagt Markus Beckedahl, könne man in Deutschland auch über ein neues, öffentlich-rechtliches System nachdenken - für das Netz, das heute 45 wird: Happy Birthday.

Mehr Netz im Netz:

Der netzpolitische Aktivist und Journalist Markus Beckedahl spricht am 06.05.2014 bei der Eröffnung der Internetkonferenz Republica in Berlin.
© dpa
Netzaktivist Markus Beckedahl ist einer der Re:publica-Mitgründer.