8D ist eine neue Art des Klangs, die nur über Kopfhörer funktioniert. Beim Hören haben wir das Gefühl, dass die Musik aus allen Ecken kommt oder durch unseren Kopf wandert. Die Lieder werden dazu mit einer Software bearbeitet. Manchen gefällt das sehr gut, andere finden es befremdlich.

Gute Musik hören wir ja alle gern und guter Sound ist dabei so wichtig! Auf dem Sektor gibt es eine neue Klangform, die ziemlich krass ist und nur über Kopfhörer funktioniert. Sie nennt sich 8D, ist nicht super neu, erfährt auf Youtube gerade aber einen ziemlichen Hype – dort werden immer mehr dieser 8D-Lieder hochgeladen und gehört.

8D-Sound: Abgefahren oder nervig

Wer die Kopfhörer aufgesetzt hat, merkt, wie die Musik durch den Kopf wandert, von rechts nach links und wieder zurück. 8D klingt für viele ziemlich abgefahren, anderen ist das aber auch schlicht zu viel.

Warum die neue Technik ausgerechnet 8D heißt, dazu gibt es mehrere Theorien, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Alexander Werth. Es könne eine Analogie zu 3D sein, es könne aber auch für "Eight Directions" stehen.

"8D soll vielleicht an 3D erinnern, wobei die "8" nach besser und weiterentwickelt klingen soll. Vielleicht steht 8D aber auch für 'Eight Directions', weil der Klang aus mehreren Richtungen kommt."
Alexander Werth, Deutschlandfunk Nova

Tontechniker sind von 8D nicht begeistert

In der Szene der Tontechniker sorgt der 8D-Trend eher für Kopfschütteln. Martin Rieger beschäftigt sich hauptberuflich mit dreidimensionalem Klang. Er sagt, dass es Sounds mit Raumklang, so genannte binaurale Töne, eigentlich schon seit Jahrzehnten gebe. Nur mussten die Töne mit speziellen Mirophonen aufgenommen werden. Den 8D-Sound könne man heute mit einer Software über bereits bestehende Lieder legen. Das sei der Unterschied.

"Das funktioniert über verschiedene Render-Algorithmen, die wirklich in Echtzeit berechnen: Hier ist ein Audio-Objekt in meinem Raum. Der Raum hat die Ausmaße XYZ, und wie würde sich der Schall in diesem Raum ausbreiten."
Martin Rieger, Tontechniker

Fachmann Martin Rieger nennt es "Externalisierung": Das heißt, dass 8D-Musik für uns so klingt, als würde sie gar nicht aus den Kopfhörern rauskommen, sondern aus unserer unmittelbaren Umgebung.

Virtueller Raum und virtueller Körper

Eine weitere Besonderheit von 8D: Die Lieder entstehen nicht nur in einem virtuellen Raum, sondern auch um einen virtuellen Körper herum. 8D simuliert das räumliche Hören des menschlichen Ohrs. Und davor hat der Tonmeister auch gehörigen Respekt. Dahinter steckt nämlich eine hoch-komplizierte Technik, die über Jahre entwickelt wurde. Ein Problem hat Martin Rieger aber mit den Leuten, die diese Technik benutzen.

"Ich würde behaupten, dass die ganzen Leute, die 8D-Musik ins Internet hochladen, keine Ahnung von dem ganzen Prozess haben, der eigentlich passieren muss, um radiotaugliche Musik zu produzieren."
Martin Rieger, Tontechniker

Martin Rieger zitiert in diesem Zusammenhang gern einen Kollegen, der gesagt hat: Wenn man als Tonmann 8D-Musik produziert, sei das ein bisschen so, als wäre man Arzt, aber eigentlich Impfgegner.