Obwohl niemand danach gefragt hat, sind die Neunziger zurück. Das sehen wir in der Mode und hören es in der Musik. Warum das Jahrzehnt unserer Kindheit gerade ein Comeback feiert, hört ihr in der Ab 21.

Wenn Maren Ziegler sich an ihre Kindheit und Jugend in den Neunzigern zurückerinnert, überwiegt definitiv die Begeisterung. Auch wenn sie sich schon mal an den Kopf fasst, wenn sie ihr Outfit mit hellblauem Lidschatten und Tattookette bedenkt. Über die Ambivalenz von Nostalgie und Peinlichkeit hat sie mit drei weiteren Menschen ein Buch geschrieben.

In "Wir Kinder der 90er. Alles, was wir damals liebten (und uns heute peinlich ist)" geht es unter anderem um das Nokia 3210, mit einer sagenhaften Akku-Laufzeit von zwei Tagen und mit dem wir entweder telefonieren oder das Internet benutzen konnten. Aber niemals beides gleichzeitig, weil das technisch einfach noch nicht möglich war.

"Wir haben dann gerufen: 'Geh aus dem Internet, ich will telefonieren'."
Maren Ziegler, Autorin und Lektorin

Warum Maren nie echte Buffalo-Schuhe hatte und was sie an den Neunzigern bis heute cool findet, erzählt sie uns im Podcast.

Mit 90er Remixen in den deutschen Charts

Wer in letzter Zeit mal den liebsten Mainstream-Radiosender eingeschaltet hat, wird die vielen Remixe aus den Neunzigern bemerkt haben. Robin Schulz bedient sich zum Beispiel an Alane von Wes aus dem Jahr 1996.

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Das DJ-Duo hat Gamper & Dadoni aus Hamburg haben Bittersweet Symphony neu aufgelegt, den Titelsong des erfolgreichen Teenie-Films Eiskalte Engel von 1999.

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Aber warum kommen ausgerechnet Songs aus den Neunzigern zurück?

DJ Flo.von aus dem Saarland produziert selbst Musik und sagt, die Neunziger seien
eine Erfolgsgarantie: "Das Jahrzehnt ist eine Schnittstelle zweier Generationen und holt auch zwei Märkte ab." Denn einerseits würden Menschen die Musik kaufen, die die Neunziger erlebt haben und sich in diese Zeit zurückversetzt fühlen. Andererseits funktioniere sie aber auch für jüngere Leute – egal ob im Club, beim Autofahren oder Einkaufen.

Außerdem hätte die Branche heute nichts mehr zu verlieren, sagt DJ Flo.von. Schließlich müsse niemand mehr Tausende von Platten pressen lassen, heute könne jeder die Musik kostengünstig im Stream zu Verfügung stellen.

"Ich bin zwiegespalten, ob wir alte Sachen remixen sollten. Das löscht in mir ein bisschen das Gefühl von früher aus."
DJ Flo.von, produziert eigene Musik

Ein überzeugter Fan von Remixen aus den Neunzigern ist der DJ allerdings nicht – denn ein bisschen würden sie das Gefühl der Originalsongs in ihm auslöschen.

Die Mode der Neunziger ist nicht nur besonders, sondern auch besonders bequem

In Berliner Clubs, den Unis des Landes und überall sonst, wo Menschen unter dreißig rumhängen, fällt auf: Viele Leute haben sich am Kleiderschrank ihrer Eltern bedient oder waren Vintage shoppen. Große Pullis, Plateau-Schuhe oder bauchfreie Tops sind jetzt im Trend, aber waren auch schon mal in den Neunzigern groß.

Antje Drinkuth ist Professorin für Modedesign an der Akademie für Mode und Design in Berlin und sagt, das habe auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun: "Fastfashion ist sehr in Verruf geraten und die jüngere Generation ist sehr politisch", statt also bei einer Modekette ein Shirt für wenige Euro zu kaufen, würden sie lieber Second-Hand-Mode auftragen.

"Die Leute haben keinen Bock, sich drei Mal umzuziehen – der neunziger Look funktioniert in der Uni, im Park und im Club."
Antje Drinkuth, Professorin für Modedesign

Zusätzlich sei die Mode der Neunziger sehr bequem und genderneutral, das sei auch ein großes Plus.

Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderation:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartnerin:  Maren Ziegler, Autorin und Lektorin
  • Gesprächspartner:  DJ Flo.von, DJ und Produzent
  • Gesprächspartnerin:  Antje Drinkuth, Professorin an der Akademie für Mode und Design in Berlin