Es klingt ein bisschen verrückt, aber der Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil will die "Unglückszahl" 13 für ein neues Gesetzbuch überspringen und mit der 14 weitermachen. Der erste Reflex: Aberglaube, so ein Quatsch. Tatsächlich sind aber viele von uns nicht ganz frei davon.

Mit seinen Bedenken zur der Zahl 13 ist Hubertus Heil nicht alleine, sagt unsere Reporterin Rebekka, sie sind weit verbreitet. Am Freitag den 13ten, oder überhaupt bei der Zahl 13, wird vielen unwohl. Selbst Firmen nehmen darauf Rücksicht: Die Sitzreihe 13 sucht man bei manchen Airlines oft vergeblich. Und auch Hotels sparen die Zahl als Zimmernummer gerne aus.

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Die Zahl 13 ist nur ein Beispiel unter vielen - Aberglaube ist sehr vielseitig: Unter einer Leiter durchgehen? Gefährlich. Irgendetwas heraufbeschwören? Besser schnell auf Holz klopfen. Türschwellen? Bitte überspringen. An einem Beerdigungsinstitut vorbeikommen? Nicht hinsehen. Und klar: Schwarze Katze heißt: Ein Unglück droht. Für schwarze Katzen im Tierheim ist es besonders schwer, ein Zuhause zu finden, erzählt Rebekka.

Aberglaube kann tatsächlich helfen

Der Aberglaube hat zwei Aspekte, sagt die Kulturwissenschaftlerin Annegret Braun. Auf der einen Seite wäre da es die Angst, etwas Schlechtes könnte passieren. Auf der anderen Seite suche man mit dem Aberglauben auch das Glück - zum Beispiel mit dem vierblättrigen Kleeblatt oder dem Hufeisen. Manchmal haben Menschen auch einen Glücksbringer für Klausuren oder Prüfungen. Unsere Reporterin hat sogar ein Jahr auf ihrem Lateinbuch geschlafen, in der Hoffnung, dass ihr das helfe. 

Auch, wenn das Aberglaube sei, ein bisschen helfen kann so etwas offenbar schon. Denn zumindest gebe das ein wenig Sicherheit, sagt Annegret Braun. Möglicherweise könne das Gelernte dadurch besser abgerufen werden.

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Viele Aberglaubens-Riten haben ihren Ursprung ausgerechnet im Glauben - in der katholischen Kirche, sagt Annegret Braun. Gläubige Menschen hatten früher oftmals keinen Zugang zur Bibel, konnten nicht lesen oder verstanden kein Latein. Es herrschte großes Unwissen. Mit bestimmen Glauben oder Praktiken habe man versucht, das zu kompensieren. Und davon ist heute eben noch ein wenig übrig.

Eine andere Funktion des Aberglaubens: Es lassen sich damit einfach gute Geschichten erzählen, sagt Rebekka. Die Uroma, die die Zukunft voraussagt, die Christophorus-Medaille, die dafür gesorgt hat, dass das Auto nicht unkontrolliert in ein Stau-Ende gerast ist - jeder von uns kennt Geschichten dieser Art. "Durch die Gemeinschaft können sich solche abergläubige Geschichten auch halten und weiter verbreiten", sagt Annegret Braun - und das, obwohl es mittlerweile für so viel mehr Phänomene auf der Welt wissenschaftlich fundierte Erklärungen gibt.