Der Gelsenkirchener Zoo in Nordrhein-Westfalen sucht seit Sonntag nach dem Luchs Findus. Der ist aus seinem Gehege ausgebrochen. Findus nutzte dabei eine in einem Wassergraben treibende Eisscholle als Trittbrett und sprang über den Zaun.

Trotz großer Suchaktion ist Findus bislang nicht zu finden. Als eurasischer Luchs ist der Ausreißer kein Exot, sondern eigentlich ein heimisches Tier. Mit einer Schulterhöhe von 60-70 cm ist ein Luchs etwas kleiner als ein Schäferhund und bis zu 70 km/h schnell.

Gesucht: Kleiner, schmaler Luchs, ziemlich scheu

Findus ist allerdings etwas kleiner, nur etwa 40-50 cm hoch und noch sehr schmal. Er wiegt etwa zwölf Kilo. Seit August lebt das zweijährige Tier in der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen.

Pia Krawinkel, die Zoo-Tierärztin in Gelsenkirchen, berichtet von zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung. Auch ein Bild von einer Sichtung des Ausreißers in der Nähe des Zoos haben die Sucher bekommen. Im Umkreis des Zoogeländes wurden Lebendfallen mit Futter aufgestellt.

"Findus ist scheu und hat mehr Angst vor uns Menschen, als dass er jemanden angreifen würde."
Pia Krawinkel, Zoo-Tierärztin in Gelsenkirchen

In dem Brach-Gelände mit viel Buschwerk rund um den Zoo kann sich Findus hervorragend verstecken und durch sein Fell ist er gut getarnt. Er kann sich dort von Tauben, Kaninchen oder Mäusen ernähren, sie sind für ihn einfache Beute. Um freilaufende Katzen muss sich daher niemand sorgen machen.

"Wer in der Gegend mit dem Hund spazieren geht, sollte ihn vielleicht lieber an die Leine nehmen."
Pia Krawinkel, Zoo-Tierärztin in Gelsenkirchen

Luchse waren in Deutschland lange ausgerottet. Seit einigen Jahren leben aber zum Beispiel im Bayrischen Wald und auch im Harz wieder freie Luchse.