Die zweite Maschine mit geflüchteten Afghanen an Bord, deren Asyl abgelehnt wurde, ist am 24. Januar in Kabul gelandet. Begleitet hat die Abschiebung am Frankfurter Flughafen eine Abschiebebeobachterin.

Es ist die zweite Sammelabschiebung, die am 23. Januar am Frankfurter Flughafen vorgenommen wurde. Dorthin werden die abgelehnten Asylbewerber aus verschiedenen Bundesländern gebracht, die nach Afghanistan abgeschoben werden. Laut Agenturmeldungen handelt es sich um 26 junge Afghanen. Beobachtet hat die Abschiebung Melissa Ergül-Puopolo. Sie ist Anwältin und Abschiebebeobachterin am Frankfurter Flughafen.

Im Flughafen durchlaufen die abgelehnten Asylbewerber die Luftsicherheitskontrolle und warten dann auf ihren Abflug. Die Abschiebebeobachterin überwacht diesen Ablauf und stellt sicher, dass die Menschen von der Polizei gut behandelt werden und grundsätzlich die Menschenrechte eingehalten werden.

"Ich unterhalte mich mit den Menschen, gucke, ob sie noch irgendetwas brauchen. Ich bin über die Kirche angestellt und kann im Notfall auch ein wenig Geld auszahlen."
​Melissa Ergül-Puopolo, Abschiebebeobachterin

Fehler der Bundespolizei hat Melissa Ergül-Puopolo bislang noch nicht erlebt. Unangenehme Situationen entstehen, wenn die Menschen sich gegen ihre Abschiebung aktiv wehren und körperlichen Widerstand leisten.

"Es gibt Menschen, die sich mit Spucken und Beißen gegen ihre Abschiebung wehren. Diesen Widerstand muss die Polizei beugen."
​Melissa Ergül-Puopolo, Abschiebebeobachterin

Die Abschiebebeobachterin kann in solchen Momenten nicht aktiv eingreifen. Sie kann Rücksprache mit der Polizei halten und ihr schildern, wie sie eine Situation wahrnimmt. Einen Austausch über besondere Fälle gibt es dann bei Sitzungen, zu denen sich Vertreter von Kirchen, Nichtregierungsorganisationen und der Bundespolizei treffen.

"Mein Verhältnis mit der Polizei ist vertrauensvoll, obwohl wir unterschiedliche Interessen haben - und das ist auch notwendig so."
​Melissa Ergül-Puopolo, Abschiebe-Beobachterin

Melissa Ergül-Puopolo spricht mehrere Fremdsprachen. Das hilft ihr bei Vermittlungsgesprächen zwischen der Polizei und den Menschen, die abgeschoben werden. Sie will Aufklärungsarbeit leisten, den Betroffenen erklären, wie es für sie weiter geht und wie sie sich am besten verhalten sollen.

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