Wer shoppen geht, steht fast immer vor der Auswahl: Männer- oder Frauenabteilung? Menschen, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, werden hierbei oft außen vor gelassen. Labels mit genderneutraler Unterwäsche zeigen, dass es anders geht.

Eigentlich sieht sie aus wie ganz normale Unterwäsche: Für untenrum gibt es beispielsweise enge oder weite Boxershorts, dreieckige Unterhosen oder Tangas, für obenrum beispielsweise weiche Bustiers oder Bralettes.

Die Botschaft, die hinter genderneutraler Unterwäsche steckt, möchte aber weit weg von dem sein, was man als "normal" bezeichnet. Die Unterwäsche soll jedem Körper unabhängig von seinem Geschlecht passen und damit vor allem den Menschen aus der LGBTQI*-Community ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Meike Glass.

"Dadurch, dass die Marken sagen: 'Hey, wir machen Unterwäsche für alle Körper und für alle Geschlechtsidentitäten' gibt sie vielen Menschen ein Zugehörigkeitsgefühl."
Meike Glass, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Größen XS bis 4XL verfügbar

Im Mittelpunkt der genderneutralen Unterwäsche des US-amerikanischen Labels Tomboyx soll vor allem die Gemütlichkeit stehen, erzählt die Mit-Gründerin Fran Dunway. Deshalb wurde die Unterwäsche zusammen mit Models verschiedenster Körpergrößen- und formen erarbeitet, die alle unterschiedliche Anforderungen an ihre Unterwäsche haben.

"Wir wollten gemütliche Klamotten anbieten, in denen sich alle Menschen wohlfühlen. Wo es nicht darum geht, dass du als Marke den Menschen vorschreibst, was cool ist."
Fran Dunway, Mit-Gründerin der Unterwäschen-Marke Tomboyx

Fran Dunway hat das Label zusammen mit ihrer damaligen Freundin und heutigen Ehefrau gegründet. Denn sie wisse, wie es ist, als lesbische Frau von der Gesellschaft oft ausgeschlossen zu werden und nicht in die Norm zu passen, erzählt sie.

Deshalb soll die Unterwäsche vor allem Menschen der LGBTQI*-Community ansprechen. Fran Dunway berichtet aber auch, dass viele Menschen aus der Plus-Size-Community ihre Unterwäsche kaufen. Denn die Unterwäsche gibt es in den Größen XS bis 4XL.

Ein politisches Statement

Bei der japanischen Unterwäschen-Marke Reing geht es auch darum, am konservativen, heteronormativen Bild der japanischen Gesellschaft zu rütteln und zu zeigen, dass man perfekt ist wie man ist, erzählt Mitarbeiter Edo Oliver.

"Eines unserer größten Ziele ist zu zeigen, dass du dich mit dir selbst wohlfühlen kannst. Und dass nicht du dich ändern musst, sondern die Gesellschaft."
Edo Oliver, Mitarbeiter der japanischen Unterwäschen-Marke Reing

Edo Oliver erzählt, dass man es in Japan sehr schwer habe, wenn man sich nicht nach den entsprechenden Geschlechterstereotypen kleide. Die Unterwäsche, die ja meist nicht sichtbar ist, solle den Menschen eine Möglichkeit bieten, sie selbst zu sein. Beispielsweise würden auch Männer Brallettes kaufen, einfach, weil sie sich dabei beim Sport besser fühlen würden.

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