Schwäne sind schön und gehören zu vielen Stadtbildern dazu. Obwohl sie uns ständig begegnen, scheuen viele die großen Vögel. Gefährlich sind sie aber grundsätzlich nicht – und sie kommen gut allein zurecht.

Mitten in Berlin: Eine Frau rettet mit bloßen Händen einen Schwan, der wohl fälschlicherweise auf der Brücke gelandet war und orientierungslos dort entlangläuft. Die Frau schnappt sich kurzerhand den Schwan und wirft ihn über die Brüstung zurück in den Landwehrkanal. In den Sozialen Medien wird die Frau für ihre mutige Rettungsaktion gefeiert.

Dabei war diese Handlung für das Tier gefährlicher als für die Frau, meint Dirk Ehlert, Wildtierexperte der Senatsverwaltung in Berlin.

Dirk Ehlert sagt: Die Rettung des vermeintlich orientierungslosen Schwans sei zwar gut gemeint gewesen – wahrscheinlich aber unnötig.

"Bei dem Schwan im Video handelt es sich eher um einen Jungschwan. Die müssen ihre Erfahrungen noch machen. Dazu gehört auch einen anderen Weg zu finden, wenn er falsch landet."
Dirk Ehlert, Wildtierbeauftragter der Senatsverwaltung Berlin

Denn für Schwäne ist es gar nicht so ungewöhnlich sich auch mal auf die Straße zu verirren. Es ist Teil ihres Heranwachsungsprozesses aus diesen Situationen wieder herauszufinden, erklärt der Experte. Wahrscheinlich hätte der Schwan nach einer gewissen Zeit den Weg um die Brücke herum in den Kanal zurückgefunden.

Nicht nur an den Flügeln packen

Was an dem Video noch auffällt: Die Frau packt den Schwan nur an den Flügeln. Das sollten wir im Umgang mit Schwänen eher vermeiden, denn die Chance ist hoch, ihnen dabei die Flügel zu brechen, erklärt der Experte.

Da der Schwan einen langen Hals hat, sollten wir auch den gut festhalten, sonst kann es sein, dass der Schwan sich wehrt und doch einmal zupackt.

"Schwäne sind in der Regel ungefährlich. Unsere Hilfe brauchen sie aber in den allermeisten Fällen aber auch nicht."
Dirk Ehlert, Wildtierbeauftragter der Senatsverwaltung Berlin

Grundsätzlich gilt: Schwäne sind keine gefährlichen Tiere. Nur wenn jemand beispielsweise mit einem Tretboot direkt auf sie zufährt oder sie auf andere Weise bedroht, können sie auch einmal zuhacken.

Unsere Hilfe benötigen die Tiere in den wenigsten Fällen – auch dann nicht, wenn sie im Winter auf einem Kanal oder ähnlichem festgefroren scheinen, sagt Derk Ehlert.

Sollte tatsächlich einmal der Fall eintreten, dass ein Tier hilflos ist, rät der Experte dazu, sich bei der jeweiligen Stadt zu informieren, wer in solchen Fällen zuständig ist. Dann kommt je nach Bundesland das Ordnungsamt, die Polizei oder die Feuerwehr.