Unsere Gefühlswelt ist komplex, und oft spielen Schuldgefühle eine große Rolle in unserem Leben: Manche fühlen sich nur kurz schuldig, manche leiden ein Leben lang an ihren Schuldgefühlen.

Schuldgefühle kommen immer dann, wenn innere Regeln verletzt werden und wenn wir denken, dass wir unseren eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht werden konnten. Sie motivieren uns dazu, wenn wir etwas falsch gemacht haben, unsere Beziehung genau anzusehen und uns zu entschuldigen.

Im ersten Schritt wollen uns Schuldgefühle davor beschützen, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. Sie haben also einen Nutzen. Nur: Zu viele Schuldgefühle können zur Belastung werden.

"Es heißt ja Schuld-‘Gefühle’, aber eigentlich ist es ein kognitives Problem, also eins, das seine Wurzel in unserem Denken hat. Das Gefühl wird von Gedanken begleitet wie: Das habe ich nicht richtig gemacht. Oder: Verdammt, die anderen denken jetzt schlecht über mich.“
Main Huong

Moderatorin Diane und Psychologin Main Huong sprechen in dieser Woche über Schuldgefühle und wie wir besser mit ihnen umgehen können:

Indem wir zum Beispiel erst mal darüber nachdenken. Wir können unsere Gedanken checken und achtsam wahrnehmen, was wir da denken. Manche Schuldgefühle sind nämlich auch ein Denkfehler, der darin besteht, eine vergangene Situation vor dem Hintergrund des heutigen Wissens zu interpretieren. Man geht davon aus, dass man etwas hätte anders machen können. Hätte man in dieser Situation aber nicht.

"Es gibt auch die alltäglichen Schuldgefühle, wie: Meine Wohnung ist so unordentlich, ich müsste eigentlich mehr aufräumen. Hier ist es wichtig, lösungsorientiert zu denken: Jeden Mittwoch räume ich 30 Minuten auf und jeden Donnerstag mach ich das Bad sauber. Oder: Vielleicht ist es gar nicht so schlimm?“
Diane

Welche Möglichkeiten gibt es, mit Schuldgefühlen umzugehen und vor allem: selbst darüber nachzudenken? Unser Thema diese Woche in Achtsam.

Ihr habt Anregungen, Ideen, Themenwünsche? Dann schreibt uns gern unter achtsam@deutschlandfunknova.de