Werbung im Netz ist nicht nur nervig, sondern sie führt auch dazu, dass wir langsamer surfen und dass unser Datenverbrauch wahnsinnig hoch ist. Die New York Times hat das getestet.

Der große Denker Homer Simpson hat mal gesagt, Alkohol sei "die Ursache und die Lösung aller Probleme im Leben." Mit der Werbung im Netz verhält es sich ähnlich. Gäbe es nicht die blinkenden Kauf-mich-Banner und Pop-Ups, gäbe es viele fantastische Inhalte nicht - denn die müssen ja irgendwie finanziert werden. Andererseits tragen die Online-Werbetafeln dazu bei, dass das Surfen auf vielen Seiten nicht nur nervig sondern auch sehr langsam ist. Wie langsam, das zeigt ein Test der New York Times (NYT).

Werbung verlangsamt die Ladezeit

Die Tester der NYT haben mit einem iPhone 6 die 50 größten englischsprachigen Nachrichtenseiten angesurft. Die Journalisten haben sich Ladezeiten und Datenverbrauch angeschaut - einmal mit Adblocker, einmal ohne. Wir erinnern uns: Apple hatte - als Seitenhieb gegen das Anzeigen-basierte Geschäftsmodell von Google - in seinem neuesten Handy-Betriebssystem Entwickler ausdrücklich dazu aufgefordert, Adblocker zu entwickeln. Und die hat die NYT jetzt ausprobiert. Das Ergebnis ist zumindest für einige amerikanische Newsseiten schockierend: Beim Surfen auf Webseiten mit mobilen Anzeigen - die ein großes Datenvolumen haben - verkürzte sich die Ladezeit dramatisch, wenn man den Adblocker benutzte.

"Zu langsame Seiten werden in Zukunft viele User verlieren, wenn sie sich nicht umstellen. Aber die große Frage dahinter ist ja, wie man insgesamt mit dem Thema Online-Werbung umgehen soll."
Martina Schulte DRadio-Wissen-Netzautorin

Den größten Unterschied haben die Tester auf der Seite Boston.com ausgemacht. Mit Anzeigen kam die Homepage auf 20 MB, die entkernte Version ohne Werbung war nur noch knapp fünf Megabyte groß. Die Seite mit den Anzeigen brauchte fast 40 Sekunden, um zu laden, die geblockte Seite ohne Werbung hingegen nur acht Sekunden. Und dieser Unterschied kostet. Wer die Seite täglich ansurft, zahlt etwa 9,50 Dollar an Datenvolumen.

Ähnliche Tests in Deutschland

In Deutschland hat der Journalist Steffen Kühne einen ähnlichen Test gemacht. Die Seiten der Hamburger Morgenpost und vom Abendblatt bilden dabei die Schlusslichter. Obwohl mobile Werbung in Deutschland noch nicht so ein großes Thema ist wie in den USA, steigen auch bei uns die Ladezeiten durch Mobile Ads um rund 25 Prozent. Man kann aber sagen, dass die Ladezeit einer Seite bei uns noch in erster Line von Anzahl und Größe der redaktionellen Inhalte abhängt.