Bis zu 20 Prozent der deutschen User unterdrücken Werbung im Netz. Einigen Website-Betreibern reicht's: Sie gehen dagegen nun juristisch vor und wollen, dass die Adblocker verschwinden.

Der Axel Springer Verlag klagt gegen die Eyeo GmbH. Die bieten die Software Adblock Plus an, dem in Deutschland am meisten verbreitete Adblocker. Der Klage haben sich unter anderen Zeit Online angeschlossen, RTL und auch das Handelsblatt. Die Süddeutsche Zeitung plant eine eigene Klage.

Adblocker machen das Geschäftsmodell kaputt

Das Problem der Medienanbieter: Adblocker schaden ihrem Geschäftsmodell. Die journalistischen Inhalte können dem User nur kostenlos angeboten werden, wenn der dafür bezahlte Werbung zu sehen bekommen, argumentieren sie. Hinzu kommt, dass Eyeo ein Hintertürchen anbietet, eine Whitelist, auf die sich Unternehmen gegen Bezahlung setzen können, damit ihre Werbung nicht mehr geblockt wird. Das sei wettbewerbswidrig, heißt es bei Springer und anderen.

"Die Betreiber von Adblock Plus bieten den Publishern an, kostenpflichtig einen Stein aus dem Weg zu rollen, den sie zuvor dorthin gelegt haben.“
Thomas Porsch, Geschäftsführer von SevenOne Media und ProSiebenSat.1 Digital

Der Richter am Landgericht Köln hat den Klägern wenig Hoffnung gemacht, dass der Adblocker komplett verboten werden könnte. Sollte es ein Verbot geben, dann wäre davon vermutlich nur die Whitelist betroffen. Bleibt die Frage, ob den werbetreibenden Unternehmen damit geholfen wäre. Und die Frage für die User, ob sie wirklich davon profitieren, wenn Anbietern von kostenlosem Content die Einnahmen wegbröckeln. Der Blogger Karsten Lohmeyer stellt dazu fest: "Ich würde mir eher einen Arm abhacken, als einen Adblocker zu benutzen."