Die Schulen starten wieder und auch die Unis und Arbeitsplätze sollen sich wieder füllen. Gerade in geschlossenen Räumen ist das richtige Lüften wichtig. Denn die Aerosole verteilen sich schnell überall im Raum. Das müsst ihr beachten.

Aersole fliegen durch die Luft – darum ist es besonders in geschlossenen Räumen wichtig, auf eine gute Luftqualität zu achten. Martin Kriegel forscht zu Luftströmen in Räumen. Er sagt: Wir müssen uns ein anders Lüftungsverhalten angewöhnen – das wäre auch vor Corona schon notwendig gewesen.

"Wir müssen beim Lüften konsequent sein - Stoßlüften reicht nicht aus."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova

Im Sommer fällt das Lüften leichter. Doch im Winter oder bei extremer Hitze, ist es keine Option, das Fenster offen stehen zu lassen, sagt unsere Deutschlandfunk Nova Reporterin Ilka Knigge. Das Problem: Stoßlüften reicht nicht aus. Das liegt an den Luftströmen im Raum. Die Luft strömt von unseren Köpfen nach oben und verteilt sich dann im ganzen Raum.

"Je mehr Personen im Raum sind, desto größer ist die allgemeine Luftbewegung. Es dauert zum Beispiel zwei Sekunden bis die Luft von meinem Kopf an der Decke ist. Das heißt innerhalb von ein paar Minuten ist wirklich überall im Raum alles verteilt."
Matthias Kriegel, Luftforscher an der TU Berlin

Es ist wie beim Zigarettenrauch: Zündet sich jemand in einer Ecke des Raumes eine Zigarette an, dann riecht das jede anwesende Person sofort. Aerosole können wir nicht riechen - sie verteilen sich aber ebenso schnell. Die normalen Luftbewegungen sind auf der Haut nur nicht spürbar.

Lange lüften sobald die Luft schlechter wird

Es gilt, was auch schon vor Corona hätte gelten sollen: Lange lüften, sobald die Luft schlechter wird. Eine genaue Angabe ist schwierig, sagt Ilka Knigge. Das Umweltbundesamt hat einige Richtlinien zusammengestellt. Eine grobe Regel: Mindestens alle 20 Minuten für ein paar Minuten lüften. Aber es kann auch öfter nötig sein.

CO2-Sensoren schlagen Alarm

Um die Luftqualität in einem Raum besser einschätzen zu können, gibt es CO2-Sensoren, die Alarm schlagen, wenn zu viel CO2 in der Luft ist. In Berlin gibt es bereits ein Gymnasium, das mit solchen Sensoren ausgestattet ist.

Installiert haben ihn zwei Schüler mit ihrer Schülerfirma Energy Eco. Zeigt der Sensor einen traurigen Smiley, müssen die Schüler „Querlüften“: Alle Fenster und Türen aufmachen und für drei Minuten offen lassen. Dann sollte sich die Luftqualität merklich verbessern.

Denn: mit steigendem CO2 Wert ist es auch wahrscheinlich, dass sich mehr Aerosole im Raum befinden - die werden mit dem Lüften verdünnt.

"Luftreinigungsgeräte sind für mich die letzte Maßnahme. Zunächst einmal müssen wir gute Luftqualität herstellen. Das Problem ist nur, dass wir als Laien kein Gefühl dafür haben, wie oft wir das Fenster tatsächlich aufmachen müssen."
Matthias Kriegel, Luftforscher an der TU Berlin

Luftfilter können Aerosole aus der Luft zwar filtern – doch sie müssen viel Luft in kurzer Zeit filtern können und hochwertig sein, damit sie helfen. Martin Kriegel hält Luftreinigungsgeräte aber für die letzte Maßnahme. Übrigens: Masken helfen auch in geschlossenen Räumen, weil sie den Luftstrom nach oben und zur Seite ableiten.