In Chemnitz hat Björn Höcke einen Trauermarsch inszeniert – mit rechtsextremen Gästen und Gefährdern. Der Journalist Georg Restle hat sich das Personal des Aufmarschs und die Entwicklung der AfD genauer angesehen.

Im Bundestag gibt sich die AfD bürgerlich, auf der Straße verbrüdert sie sich mit Rechtsextremisten und gewaltbereiten Nazis. Das zeigte der sogenannte Trauermarsch in Chemnitz am 1. September, den Pegida, Identitäre und AfD-Politiker Björn Höcke, Andreas Kalbitz, Nico Köhler und Jörg Urban inszenierten. Kleidungs- und Verhaltensregeln waren zuvor detailliert bei Facebook ausgegeben worden.

"Bei dem einen Demonstrationszug war die AfD, bei dem anderen waren Hardcore-Rechtsextremisten unterwegs. Die haben sich dann ganz gezielt vereinigt."
Georg Restle, Journalist und Moderator des WDR-TV-Magazins Monitor

Mitglieder der verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ), Unterstützer der Nationalsozialisten Chemnitz, Mitglieder der Organisation Der Dritte Weg und Personen aus dem Umfeld der rechtsterroristischen Gruppe Freital marschierten mit. Von den Extremisten bei dem Aufmarsch gibt es eine Bildergalerie mit Material des Monitor-Teams. Auch an diesem Tag waren in Chemnitz gewaltbereite Rechtsexteme unterwegs: Im Umfeld des Aufmarsches wurden in einer Vielzahl von Fällen Journalisten angegriffen.

"Es gibt eine langfristige Strategie in diesem völkischen, nationalistischen Flügel der AfD, dass man eine fundamentalistisch-völkische-nationalistische Bewegung organisieren will."
Georg Restle, Journalist und Moderator des WDR-TV-Magazins Monitor

Das Team von Georg Restle hat auch mit der ehemaligen AfD-Insiderin Franziska Schreiber gesprochen. Sie ist inzwischen aus der AfD ausgetreten. Einer der Gründe war die Radikalisierung der Partei.

Verfassungsschutz prüft AfD-Überwachung

Björn Höcke, der als Rechtsaußen der AfD bekannt ist, steht für die Radikalisierung der gesamten Partei, weil die ihn bislang gewähren lässt. Zu einem Parteiausschlussverfahren gegen ihn, das noch Frauke Petry angestrengt hatte, ist es nie gekommen. Ein Schiedsgericht des Landesverbands Thüringen hatte es abgelehnt.

Der Verfassungsschutz Thüringen hat den AfD-Landesverband Thüringen inzwischen zum Prüffall erklärt. Das ist die Vorstufe zur Beobachtung durch den Inlandsgeheimdienst.

Zur Sendung: Monitor: Schulterschluss mit Rechtsextremen: die neue Strategie der AfD.

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