Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ein Grundsatzprogramm verabschiedet. Carlo Clemens hat beim Parteitag mit abgestimmt. Der 26-Jährige sagt, die Partei sei breit aufgestellt - ein Björn Höcke vom rechten Flügel gehöre eben auch dazu. Einen EU-Austritt für Deutschland hält er für gerechtfertigt, sagt Carlo Clemens, falls sich die EU nicht reformiere.

Carlo Clemens ist 2013 in die AfD eingetreten, weil er von der CDU enttäuscht war. In der AfD sieht er eine Partei, die modern und konservativ ist. Konsequent und freiheitlich sowie gesund-patriotisch. "Das sind drei gute Richtlinien, die auch die AfD von allen anderen Parteien abheben", sagt Clemens.

Portrait von Carlo Clemens.
© Carlo Clemens | privat
Carlo Clemens ist im Kreisvorstand der AfD Köln und Vorsitzender der Kölner Junge Alternative.

Aber wie stark sind diese verschiedenen politischen Richtungen in der Partei vertreten? Darüber ging es auch auf dem Parteitag. Dass das Bürgerlich-Liberale zu kurz komme, sei auch eine Sorge innerhalb der Partei, sagt Clemens. "Aber die Lautesten sind nicht immer die Meisten."

Doch Björn Höcke vom rechten Flügel der AfD hatte beim Parteitag einen Sonderauftritt. Als Höcke in den Saal kam, erhoben sich aus den Sitzreihen Dutzende von Mitgliedern und beklatschten ihn.

"Björn Höcke ist ein Mann, der polarisiert. Beim Parteitag hat er sich zurückgenommen. Aber natürlich hat er seine besonderen Fans."

"Man muss Herrn Höcke in erster Linie an seiner Landtagsarbeit messen", sagt Clemens. "Wir haben bei dem Programmparteitag ein sehr gemäßigtes, vernünftiges und konstruktives Parteiprogramm beschlossen", sagt der Politiker. Die Sorge im Vorfeld, dass die AfD auf keinen gemeinsamen Nenner komme, habe sich nicht bestätigt.

"Mit dem Grundsatzprogramm hat man jetzt etwas, an dem man uns ganz konkret messen kann."

Das Grundsatzprogramm, das von der Partei beschlossen wurde, sei die Grundlage für eine Bewertung. Zuvor habe man der AfD viel unterstellen können, so Clemens.

Für Clemens war die Entscheidung zum Euro am wichtigsten. "Wenn die EU nicht mehr zu reformieren ist, dass man dann konkret auch den EU-Austritt in Erwägung zieht", sagt er. Die Alternative ist für Clemens eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit freien, souveränen Staaten - ohne supranationale und - wie er sagt - teure Strukturen.