Selbstaffirmation ist ein Training der Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber, so umschreibt es die Psychologin Main Huong Nguyen. Darüber, wie das geht, hat sie mit Diane Hielscher gesprochen.

Affirmationen sind Sätze oder Aussagen, die wir verwenden können, um besser mit negativen Einstellungen und dysfunktionalen Grundannahmen umzugehen. Selbstaffirmationen können eine Methode sein, sich seiner eigenen Werte und Interessen bewusst zu werden, so der Forschungsstand zusammengefasst.

Mit Sätzen fängt es an

Wie ihr eure eigenen Affirmationen bilden könnt und warum Affirmationen überhaupt polarisieren, besprechen Main Huong und Diane in dieser Achtsam-Podcastfolge. Am Beginn stehen Sätzen, das könnte man auch Geistes- oder Achtsamkeitstraining nennen.

"Ähnlich wie wir regelmäßig Sport machen, um unsere Muskelgruppen zu stärken, können wir Affirmationen verwenden, um unser Bewusstsein zu trainieren. Denn letzten Endes ist es vor allem ein Training der Aufmerksamkeit."
Main Huong Nguyen, Psychologin

Wichtig ist, sich nicht irgendwelche Sätze auszudenken, sondern ganz gezielte Aussagen zu formulieren. Dafür sollten wir uns unserer Werte bewusst werden. Von dieser Grundlage ausgehend, stellen wir dann Sätze auf. Hier ein paar Tipps:

  • Eine Selbstaffirmation sollte in der Gegenwart formuliert sein.
  • Kurze Sätze sind eher geeignet.
  • Sie beinhalten in der Regel positive Formulierungen.
  • Eine Übung könnte sein, ein Bild dafür zu finden, sich vorzustellen, wie wir uns fühlen oder aussehen, wenn wir uns schön fühlen.
  • Diese Vorstellung lässt sich dann mit Metaphern verbinden. Beispielsweise: Ich bin erfrischend, wie eine Blume.
"Werte sind alles, was uns wichtig ist: Familie, Verbundenheit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Kreativität oder Freiheit. Schreibt mal eure Werte auf und dazu, warum sie euch wichtig sind und wie ihr sie jeden Tag leben wollt. Das sind dann schon Affirmationen."
Diane Hielscher, Moderatorin

Im Podcast sprechen wir zusammen Affirmationen. Main Huong und Diane stellen die Studienlage zu diesem Thema vor – beispielsweise "Self-affirmation alters the brain’s response to health messages and subsequent behavior change", erschienen 2015 in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America und "Recursive Processes in Self-Affirmation: Intervening to Close the Minority Achievement Gap", erschienen 2006 in Science.

Dieser letzteren Untersuchung zufolge kann Selbstaffirmation den racial achievement gap verringern. Dieser Ausdruck steht für ein Leistungsgefälle bei afroamerikanischen Frauen im Vergleich zu weißen Frauen in den USA.

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