Zwölf Millionen Afghanen sind am Samstag aufgerufen, den Nachfolger von Hamid Karzai zu bestimmen, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Das Land steuert trotz Terror und Gewalt auf die erste demokratische Machtübergabe seiner Geschichte zu.

Die Wahlbeobachter der Vereinten Nationen sind vor Ort - und die Taliban nicht weit: Sie haben der Wahl den Krieg erklärt. Erst gestern gab es wieder einen Selbstmordanschlag in Kabul - und vor zwei Wochen einen auf ein Luxushotel in Kabul, in dem gerne Ausländer übernachten und das als besonders sicher galt.

Unsere Korrespondentin Sandra Petersmann ist dort untergebracht und hat uns erzählt, wie hoch das Sicherheitsaufkommen in Kabul ist.

"Man bewegt sich mit viel Beklemmung. An jeder Ecke stehen bewaffnete Männer. Hier herrscht Alarmzustand, je näher die Wahlen kommen."
Korrespondentin Sandra Petersmann aus Kabul

Die Selbstmordanschläge sollen für Verunsicherung sorgen. Die Taliban möchten erreichen, dass die Leute erst gar nicht zur Wahl gehen. Doch geht diese Taktik auf?

"Ich denke, teilweise wird diese Taktik aufgehen. Es gibt Distrikte im umkämpften Süden und Osten des Landes, wo die Menschen nicht zur Wahl gehen können. Es gibt Gerüchte, dass es Gebiete gibt, in denen selbstgebaute Bomben um die Wahllokale herum aufgebaut sind."
Korrespondentin Sandra Petersmann aus Kabul