• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Noch sind nicht alle Stimmzettel ausgezählt. Und das wird einige Zeit dauern, schließlich werden Wählerstimmen aus den abgelegenen Regionen Afghanistan teils auf Mauleseln über verschneite Gebirgspässe zur Auszählung nach Kabul transportiert. Aber ein Ergebnis steht fest: Die Taliban sind die Verlierer dieser Wahl.

Aller Angst vor Anschlägen zum Trotz sind die mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Afghanen am Samstag wählen gegangen. Sie haben sich in lange Schlangen gestellt und gewartet, bis sie ihren Finger mit Tinte auf ein Blatt Papier drücken durften.

"Ich habe mehrfach gesehen, dass sich die Leute in Afghanistan stolz ihre Finger mit Tinte zeigen".
Jürgen Webermann, Korrespondent in Kabul

Ganz ohne Zwischenfälle lief die Abstimmung allerdings nicht ab: Die Wahlkommission hat mehr 1200 Beschwerden über Unregelmäßigkeiten erhalten. Außerdem gab es einige Anschläge und Schießereien mit Toten. Noch am Sonntag wurden zwei Wahl-Mitarbeiter und ein Polizist getötet, als ihr Auto auf eine Sprengfalle fuhr. Dabei wurde auch die Wahlurne zerstört, die sie transportierten. Das amtliche Endergebnis soll erst im Mai verkündet werden.

Die Wünsche der jungen Afghanen: Arbeit und Sicherheit

Zwei Tage nach der Wahl ist Kabul wieder sehr geschäftig, erzählt Korrespondent Jürgen Webermann. Während der Wahl sei es hier sehr ruhig gewesen. Mit jeder Stunde, die mehr oder weniger friedlich gewesen sei, sei die Stimmung gestiegen. Trotzdem ist für Jürgen Webermann klar: Es hat Manipulationen und Betrug gegeben. Etwa lokale Fürsten, die die Wahllokale spontan in ihre Residenz verlegt hätten. Der Hauptwunsch der Afghanen: Die Wirtschaft voranbringen und weniger Abhängigkeit vom Westen.