Sie ist das größte private Hospitalschiff der Welt: Die "Africa Mercy" bringt medizinische Fachleute nach Afrika, um dort, wo es am Nötigsten ist, ehrenamtlich zu helfen. Auch die Kinderkrankenschwester Sandra Schimek hat das getan - drei Monate lang.

An Bord des schwimmenden Krankenhauses führen Ärzte kostenlos dringend benötigte chirurgische Eingriffe sowie Behandlungen in verschiedenen medizinischen Spezialbereichen durch. Die christliche Hilfsorganisation Mercy Ships hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Gesundheitsprogrammen und lebensverändernden chirurgischen Eingriffen praktisch zu helfen und Liebe am Nächsten zu praktizieren. So die Selbstbeschreibung.

"Praktizierte Nächstenliebe"

Sandra Schimek ist 29 Jahre alt und Kinderkrankenschwester. Sie hat mehrere Monate an Bord der "Africa Mercy" ehrenamtlich mitgearbeitet. Beim ersten Mal lag das Schiff im Hafen von Madagaskar, das zweite Mal in Benin. Anschließend hat Sandra auch auf ihrem Blog von ihren Erfahrungen erzählt.

Voll ausgestattetes Krankenhaus

Auf der "Africa Mercy" gibt es mehrere OP-Säle und Krankenstationen, einen Computertomographen, eine kleine Apotheke. Außerdem wohnt die ganze Crew mit auf dem Schiff. Geschlafen hat Sandra in einer Sechsbett-Kabine mit Stockbetten.

"Die Kinder hatten zum Beispiel Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten."
Sandra Schimek, Kinderkrankenschwester

Sandra war auf einer Station eingeteilt, in der Patienten mit Gesichtstumoren behandelt wurden. Sandra hat ihre kleinen Patienten vor und nach den Operationen gepflegt: Sie hat ihnen Essen gebracht, ihre Verbände gewechselt und Drenagen gezogen.

Die Hilfe kommt an

Gerade in Afrika sei es äußert wichtig, körperlich arbeiten zu können, erzählt Sandra. Dort werde noch viel mehr handwerklich gearbeitet als bei uns. Daher sei es existentiell, einen funktionierenden Körper zu haben.

"Die Menschen waren total dankbar, dass ihnen kostenlos geholfen wird - und dass sie danach die Chance auf ein normales Leben haben."
Sandra Schimek, Kinderkrankenschwester

Um sich mit den Patienten und Leuten vor Ort unterhalten zu können, hat Sandra auch ein paar Worte madagassisch gelernt. In Benin gebe es sehr viele verschiedene Dialekte, da sei für sie übersetzt worden. Die Hauptsprache auf dem Schiff war Englisch.

"Wir haben uns auch viel mit Händen und Füßen verständigt."
Sandra Schimek, Kinderkrankenschwester

Andere sparen für den Urlaub, Sandra spart auch, um in ihrem Urlaub anderen Menschen zu helfen. Der Sitz von Mercy Ships befindet sich in Sandras Heimatstadt - das sei damit für sie eine Art Bestimmung gewesen.

"Das war schon immer in mir drin. Seit ich Krankenschwester bin, wollte ich diesen Job auch mal in Afrika machen."
Sandra Schimek, Kinderkrankenschwester