Es reicht Airbnb nicht mehr, nur Zimmer, Häuser und Apartments zu vermitteln. Jetzt gibt es gleich noch das passende Touri-Angebot dazu.

"Experiences" nennt Airbnb seinen neuen Service. Das funktioniert so: Ihr besorgt euch nicht nur ein Zimmer für euren Städtetrip, sondern ihr bucht euch auch noch Thomas dazu, der professioneller Dogwalker ist und euch zeigt, wie ihr mit einem riesigen Hunderudel durch die Südstadt stromern könnt.

"Du kannst dir von Luca und Lorenzo in einem kleinen Häuschen in den Hügeln, auf denen der Chianti-Wein wächst, zeigen lassen, wie man Pasta macht."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Für Brian Chesky, den Airbnb-Boss, könnten sich diese Experiences zu einer Art Jobbörse der Zukunft entwickeln. Dabei war der Service eigentlich nur ein kleines Nebenprodukt der Zimmervermittlung. "Also du hast dir ein Zimmer gemietet, bei jemandem der Yogalehrer ist", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. "Und der hat gesagt: 'Ach übrigens, ich könnte dir auch Yogastunden geben.'"

Fette Geschäfte mit Experiences

Das Geschäft mit den Experiences ist in diesem Jahr um das Zehnfache gewachsen. Brian Chesky glaubt, dass die Vermittlung der Erfahrungen ein fetteres Business werden könnte als die bisherige Zimmervermittlung. Sozusagen: Erst hat er die ungenutzten Wohnungen von Menschen zu Geld gemacht, nun will er die Talente eben dieser Menschen monetarisieren.

Auf der anderen Seite steht aber, dass die klassische Airbnb-Zimmervermittlung massive Probleme hat und weltweit in der Kritik steht: Sie trägt laut Studien zur Gentrifizierung von Städten und steigenden Mieten bei. Außerdem sind es inzwischen nicht mehr irgendwelche Privatpersonen, die ihre Butze im Urlaub vermieten, sondern auf Wirtschaftlichkeit getrimmte Profis.

"In so einer Lage kommt die Idee mit der alternativen Job-Plattform gut, denn sie poliert das angekratzte vom Mensch-zu-Mensch-Image von Airbnb auf."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Es werden in weltweit 65.000 Städten Wohnungen an Touristen vermietet, die dann den Einheimischen fehlen. Dieses Problem gibt es in Berlin ebenso wie in Paris oder New York. Und die Städte wehren sich: New York geht gegen illegale Anbieter vor, in Berlin ist es verboten, nicht-genehmigte Ferienwohnung zu vermieten. Seit vorigem Jahr müssen illegale Vermieter mit Bußgeldern rechnen. Höhe: bis zu 100.000 Euro.