Wie wäre es mit dem Echthaar brasilianischer Jungfrauen? Kostet nur 38 Dollar! Die deutsche Seite des Onlineshops Alibaba steckt voller kurioser Angebote. Und so wollen die Amazon Konkurrenz machen?

Vor einer Woche ist das chinesische Unternehmen Alibaba an die Börse gegangen. Der Marktwert wird auf 170 Milliarden Dollar geschätzt. Seit Kurzem ist auch eine deutsche Seite des Shops aufrufbar. Es gibt viel zu kaufen - nur versteht man kaum, was es da wirklich zu kaufen gibt. "Die Übersetzung ist eine Katastrophe", sagt Netzreporter Konstantin Zurawski. Alibaba gibt das auch zu – das Unternehmen arbeite mit Übersetzungsrobotern, die immer wieder an der Übertragung ins Deutsche scheitern. Ein Beispiel: Auf der Seite gibt es "Servietten der Pflaumenblüte" zu kaufen. Gemeint sind Damenbinden.

Übersetzungsfehler und Jungfrauenhaar

Eine Besonderheit, die nichts mit fehlerhafter Übersetzung zu tun hat: Viele Artikel auf der Seite gibt es nur in sehr großer Stückzahl zu kaufen. "Ich habe ein Produkt gefunden, von dem man 500 Artikel bestellen muss. Es ist eher die Ausnahme, dass man nur ein einziges Produkt bestellen kann", sagt Konstantin.

Konkurrenz für Amazon

So richtig skurril: Das Echthaar von brasilianischen, peruanischen oder indischen Jungfrauen. Aber das ist sicher wieder ein Übersetzungsfehler. Wer kauft das? Das weiß auch Konstantin Zurawski nicht genau: "Vielleicht Chinesen im Ausland. Oder Asia-Shops?" Dürfen die das? Klar, Alibaba ist in Deutschland legal. Thilo Weichert, Landesdatenschützer aus Schleswig-Holstein, hat damit allerdings ein Problem. Er warnt vor "absoluter Intransparenz und offensichtlichen Verstößen gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht." So würden die Datenschutzrichtlinien beispielsweise nicht auf Deutsch aufgeführt.

Mark Siemons, China-Korrespondent der FAZ, geht nicht davon aus, dass Alibaba ein ernsthafter Konkurrent für den Marktführer Amazon ist. Andererseits: Viele Chinesen fangen jetzt erst an, im Internet zu shoppen. Der Markt von Amazon ist schon weitgehend gesättigt. Und: Alibabas Echthaar von brasilianischen Jungfrauen ist vielleicht eine echte Marktlücke.