Pusten, Blut abnehmen, Schweiß analysieren: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Alkoholgehalt im Blut festzustellen. Forschende aus Japan haben noch eine entwickelt - die einfacher ist als alle anderen.

Alkohol kann unter anderem gemessen werden, in dem wir in ein Messgerät pusten. Im Blut kann er ebenfalls festgestellt werden.

Jetzt haben Forschende der Medizinischen und Zahnmedizinischen Universität in Tokio einen Kopfhörer entwickelt, der den Alkoholgehalt über das Ohr misst.

Messung im Ohr geschützt

Das Ohr eignet sich laut den Forschenden besser für eine Messung, weil die Haut an der Ohrmuschel im Vergleich zu anderen Körperstellen wenig Schweißdrüsen hat. Und auch die Haut im Gehörgang scheidet den Alkohol in Form von Gas wieder aus. Zudem ist dieser Bereich im Ohr besser vor der Umgebungsluft geschützt als an der Hand, wodurch sich die Konzentration des Alkoholgehalts genauer bestimmen lässt.

"Auch die Haut im Gehörgang gibt Alkohol, den wir trinken, als Gas wieder ab."
Meike Rosenplänter, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Kopfhörer messen also den Alkoholgehalt in der Luft über das Ohr und ermitteln dadurch die Alkoholkonzentration im Blut.

Für die Untersuchung der japanischen Forschenden haben drei Testpersonen das Gerät für 140 Minuten über ihren Ohren getragen und dabei Alkohol getrunken. Regelmäßige Atemtests sollten den Alkoholgehalt zusätzlich überprüfen. Der Kopfhörer hat dabei einen ähnlichen Anstieg wie die Atemtests angezeigt. Allerdings hatte der Kopfhörer eine Verzögerung von 13 Minuten.

Kopfhörer für Polizeikontrollen

Laut der Forschenden könnte das an den verschiedenen Hautschichten und Organen liegen, die das Gas im Ohr – anders als über den Atem – durchdringen muss. Die Messung würde effektiver funktionieren, wenn Personen das Gerät nur ein Mal tragen wie bei einer Polizeikontrolle. 30 Sekunden würden ausreichen, damit die Kopfhörer den Alkoholgehalt im Blut berechnen kann, so die Forschenden.

Ihr Gerät könnte damit eine Alternative zu dem Röhrchentest sein, den die Polizei aktuell benutzt. "Es gibt Menschen, die können das nicht oder behaupten zumindest, es nicht zu können", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Meike Rosenplänter. Damit ihnen nicht Blut abgenommen werden muss, könnten sie die Kopfhörer aufsetzen.