Seit Jahren ist Gin total angesagt und auch mit Whiskey lässt sich ordentlich Geld machen. Wir haben uns erklären lassen, wie Trends bei Spiritousen eigentlich entstehen können und was wir in Zukunft in der Bar bestellen.

Früher konnte man einen Gin Tonic bestellen und wenn die Bar gut sortiert war, dann gab es drei Gin-Sorten, fertig. Heute gibt es unzählige Geschmacksvariationen des Wachholdergetränks. Selbst Amazon hat im Herbst einen eigenen Gin rausgebracht. Weltweit wird der Gin-Umsatz für das abgelaufene Jahr auf 12,4 Milliarden Euro geschätzt.

Jägermeister hat es clever angestellt

Trends ließen sich nur schwer vorhersagen und in den meisten Fällen nur in der Rückschau beschreiben, sagt der Journalist Nils Wrage vom Fachagazin Mixology. Clever habe sich Jägermeister angestellt, die durch eigene Kampagnen seit langer Zeit und vor allem durch die Explosion auf dem US-Markt, fast zu einer eigenen Kategorie gewachsen seien.

"Jägermeister hat sich in Wolfenbüttel clever aufgestellt und die Marke in bestimmter Weise positioniert."
Nils Wrage, Journalist bei Mixology

Dass eine Marke gezielt ein ganzes Segment in den Vordergrund rücke, sei dennoch ungewöhnlich, so Nils Wrage. Dass der Hersteller sein Produkt in aktuellen Kampagnen jetzt auch als Getränk zum Bier anpreise, sei ein weiterer Marketing-Kniff. Auch der Gin werde vom Verbraucher weniger als eigenes Getränk wahrgenommen als vielmehr in Verbindung mit Tonic.

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Ein einfacher Weg als Hersteller eine eigene Spirituose am Markt zu positionieren und viele Menschen zu erreichen, sei, das Produkt an Getränke wie Limo oder Cola anzudocken.

Gesellschaftliche Debatten beeinflussen Trends

Gin boomt seit ungefähr zehn Jahren und wird auch in Zukunft noch eine große Rolle spielen, glaubt Nils Wrage. 2015 hätten viele Experten zwar gedacht, dass ein Ende des Wachstums bald erreicht sei, doch das Gegenteil war der Fall. Die Kategorie Gin ist seitdem nochmals explodiert, komme jetzt erst so richtig in der Breite an und wird auch beim Discounter gut abgedeckt.

"Der Gin kommt jetzt erst so richtig in der Breite an. Jetzt sind die Gins bei den Discountern. Das geht bestimmt noch ein paar Jahre weiter, bis das abebbt."
Nils Wrage, Journalist bei Mixology

Wachstum sei auch bei alkoholfreien Getränken und Drinks mit niedrigem Alkoholgehalt zu erwarten. Mit der sogenannte alkoholfreien Spirituose sei in den vergangenen Jahren quasi eine neue Kategorie entstanden, so der Journalist. Bei solchen Entwicklungen hätten gesamtgesellschaftliche Debatten und veränderte Ernährungs- und Trinkgewohnheiten großen Einfluss auf die Branche.

"Mit der alkoholfreien Spirituose haben wir das Entstehen einer neuen Produktkategorie erlebt. Das hat viel mit neuen Ernährungs- und Trinkgewohnheiten zu tun."
Nils Wrage, Journalist bei Mixology

Auch der Lifestyle beeinflusst zukünftige Angebote. Wer auf Alkohol verzichtet, möchte sich heute nicht mehr mit einer Saftschorle zufrieden geben, sondern einen Drink, der den gleichen "Look and Feel" hat, wie ein richtiger Cocktail, so Nils Wrage. Ob das nur eine Blase ist, oder sich etabliert, das die Branche in der nächsten Zeit genau beobachten.