Obwohl die Heuschnupfenzeit eigentlich vorbei ist, trieft manchen Allergikern trotzdem die Nase. Schuld ist Ambrosia, das Beifußblättrige Traubenkraut.

Ambrosia beginnt jetzt zu blühen bis ungefähr Oktober. Ihre Pollen sind hochgradig allergieauslösend. Vor allem produziert sie davon Unmengen. Dabei reichen zehn Pollen pro Kubikmeter Luft schon aus, um uns Probleme zu machen. Im Vergleich stellen 50 Gräserpollen eine starke Belastung dar.

Ambrosia ist eine invasive Art, die aus Nordamerika kommt. In den vergangenen Jahren hat sie sich in Europa stark ausgebreitet. Sie mag Wärme und profitiert vom Klimawandel. Wissenschaftler haben im Fachblatt Environmental Health Perspectives alarmierende Zahlen vorgestellt: Heute sind bereits 33 Millionen in Europa gegen Ambrosiapollen allergisch. Im Jahr 2050 könnten es 77 Millionen sein.

In Deutschland hat sich die Pflanze noch nicht flächendeckend ausgebreitet. Sie kommt vor allem in Brandenburg, Berlin und Baden-Württemberg vor. Nach Schätzungen reagieren 12 Prozent der Deutschen auf Ambrosia allergisch. Tendenz steigend. Berlin setzt beispielsweise Ambrosia-Scouts ein, die in bestimmten Stadtbezirken Ausschau nach Pflanzen halten. Die Funde werden auf einer Karte vermerkt und die Pflanzen entfernt.

Ambrosia-freies Vogelfutter kaufen!

Das Land Brandenburg bietet die "Ambrosia Scout"-App an, die erklärt, woran man die Pflanze erkennt (sieht ein bisschen nach Möhrenkraut aus). Über die App kann man den Fundort melden. Außerdem gibt sie Hinweise, wie man die Pflanze richtig entfernt: Am besten jetzt, wenn Ambrosia blüht. Dabei sollte man Handschuhe und eine Feinstaubmaske tragen. Wer im Winter gerne Vögel füttert, sollte auf Ambrosia-freies Futter achten. Denn über das Vogelfutter hat sich die Pflanze erst so richtig in Deutschland verbreitet.