Allein an Pollenallergie leiden mehr als 15 Millionen Menschen in der Bundesrepublik. Sie niesen und jucken sich, schlucken Medikamente, die alles andere als harmlos sind und kämpfen doch ein Leben lang damit. Medikamente lindern nur die Symptome, heilen jedoch nicht. Die Professorin für Allergologie Erika von Mutius sagt dazu klipp und klar: "Ab in den Kuhstall!"

Der Kuhstall hilft gegen Allergien. Warum das so ist, erklärt uns Erika von Mutius in ihrem Vortrag mit dem Titel "Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt - Chemie in natürlicher Umgebung“.

Im Körper eines Allergikers spielt so einiges verrückt. Sein Immunsystem bildet Antikörper, die Eiweißstrukturen von Pollen, Milben, Tieren und Nahrungsmitteln bekämpfen, anstatt sie zu tolerieren. So weit, so schlecht. Interessant dabei ist, dass die Forscherin Menschen in bestimmten Regionen der Erde oder mit einer Lebensweise gefunden hat, die keine nennenswerten Allergien aufweisen.

"Wir wissen, dass wir alle besiedelt sind. Wir haben mehr Bakterien auf uns und in uns als eigene Zellen."
Erika von Mutius, Professorin für Allergologie

Gehalten hat sie ihren Vortrag am 27. Juli 2015 innerhalb der Reihe "Kein Leben, kein Lebens-Mittel ohne Chemie" an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Von Mutius klärt auch über den Wahrheitsgehalt der weit verbreiteten These auf: "Wer früh im Leben mit Dreck in Berührung kommt, hat später umso größere Abwehrkräfte".

Von Mutius ist Professorin für Pädiatrische Allergologie an der Ludwig-Maximilians-Universität und Oberärztin am Dr. von Haunerschen Kinderspital.

Handy schützt vor Allergien

Und wir haben noch einen speziellen Service für diejenigen, die von Pollenallergien betroffen sind. Professor Karl-Christian Bergmann aus Berlin ist Vorsitzender der "Stiftung deutscher Polleninformationsdienst" und klärt darüber auf, wie ihr euch mit Hilfe eures Handys besser vor Allergien schützen könnt.

"Wenn ich an fünf Tagen meine Symptome eingegeben habe, dann bekomme ich die Pollenflugvorhersage als eine Art Symptomvorhersage auf mich selber bezogen."
Karl-Christian Bergmann von der Stiftung deutscher Polleninformationsdienst