Bei warmem und trockenem Wetter gibt gerade es kein Halten mehr. Die Pollen sind unterwegs. Eine nervige Zeit für Allergiker: Therapien, Medikamente und Hausmittelchen sollen helfen – wir haben einen kleinen Überblick.

Egal ob Pappe, Birke, Ulme oder Buche: Im Moment sind einige Pollenarten in der Luft. Rund zwölf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Heuschnupfen – sie reagieren allergisch auf Gras- und Baumpollen. Damit ist Heuschnupfen die häufigste Allergie in Deutschland, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters.

Einschränkungen im Alltag

Wenn wir Heuschnupfen haben, läuft oft die Nase, die Augen jucken, der Hals ist geschwollen. Manche von uns können dann nachts nicht schlafen – fühlen sich also tagsüber schlecht und können sich kaum konzentrieren. Schulkinder mit Pollenallergie haben während der Pollensaison sogar ein 40 Prozent höheres Risiko, eine Note abzufallen, so Thorsten Zuberbier. Er ist Vorsitzender der gemeinnützigen Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF).

"8 Prozent der Verkehrsunfälle sind auf unbehandelte Allergien zurückzuführen. Das kann also lebensgefährlich sein."
Thorsten Zuberbier, Vorsitzender gemeinnützige Europäischen Stiftung für Allergieforschung

Auch nicht zu unterschätzen: Mit einer Allergie Auto zu fahren. Das sei vergleichbar mit einem Alkoholspiegel von 0,5 Promille. Thorsten Zuberbier sagt auch, dass rund 8 Prozent aller Verkehrsunfälle auf unbehandelte Allergien zurückzuführen seien. Sein Tipp: Klimaanlage auf Umluft schalten, damit keine Außenluft ins Innere kommt.

Hyposensibilisierung und Medikamente

Um nicht nur Symptome, sondern auch Ursachen zu bekämpfen, sollen Immuntherapien helfen – also eine Hyposensibilisierung. Bei einer Hyposensibilisierung bekommen wir den Stoff, gegen den wir allergisch sind, in kleinen Dosen verabreicht. Das geht in Form von Spritzen, als Tabletten oder Tropfen. Allerdings dauert eine solche Therapie in der Regel rund drei Jahre.

"Das Immunsystem ist plastisch. Es kann sich daran gewöhnen, dass diese Allergene, die es fälschlicherweise als gefährlich eingestuft hat, gar nicht gefährlich sind."
Thorsten Zuberbier, Vorsitzender gemeinnützige Europäischen Stiftung für Allergieforschung

Wer schneller Symptome bekämpfen will und muss, kann auf eine breite Palette von Medikamenten zurückgreifen: mit einem Antihistaminikum oder Cortison zum Beispiel. Diese Stoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung und kommen als Tabletten, Augentropfen oder Nasenspray – manchmal auch kombiniert. Allerdings sollten wir uns hier mit unserer Ärztin oder unserem Arzt absprechen. Und nicht irgendwas einnehmen.

Zusätzlich Hausmittelchen anwenden

Was zusätzlich helfen kann: Hausmittel. Auch Thorsten Zuberbier sagt, dass verschiedene pflanzliche Wirkstoffe positiv auf die Atemwege wirken. Pfefferminzöl oder Eukalyptusöl zum Beispiel – oder Ingwer.

"Viele pflanzliche Inhaltsstoffe haben durchaus auch eine positive Wirkung auf die Atemwege. Allerdings ist das wirklich nur eine Zusatzmaßnahme."
Thorsten Zuberbier, Vorsitzender gemeinnützige Europäischen Stiftung für Allergieforschung

Und manchmal helfen auch die alten Weisheiten: Bei starkem Pollenflug Fenster und Türen geschlossen halten, öfters feucht durchwischen und die Bettwäsche häufiger waschen. Genauso kann es helfen, wenn wir direkt an der Haustüre die Kleidung wechseln und abends vor dem Schlafengehen die Haare waschen. So kommen so wenige Pollen wie möglich in die Wohnung.