Altersvorsorge? Kümmer ich mich nächstes Jahr drum. So oder so ähnlich geht es vielen. Und so ging es auch DRadio-Wissen-Reporterin Anna Kohn, bis sie den Auftrag erhielt: einmal durchrechnen bitte.

Anna Kohn ist ratlos. Sie sitzt im Büro von Tobias Ahr, einem unabhängigen Finanzberater. Und der stellt die beiden Fragen, die Anna seit Jahren vor sich her schiebt: Wann willst du in Rente gehen, und wie willst du dann leben? Fragen, die zwar Annas Fantasie anregen, aber ist das realistisch? Der Einfachheit halber darf Anna mit einer Modellrechnung arbeiten: 29 Jahre alt, fest angestellt und ein Monatsgehalt von 1800 Euro netto.

Und ewig klafft die Rentenlücke

Anna glaubt, dass das, womit sie heute gut zurecht kommt, auch später reichen dürfte. Und auch wenn das Renteneintrittsalter 67 ist, würde sie gerne schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Für Tobias Ahr klingt das nach einem machbaren Plan, das Ganze hat nur zwei Haken. Der eine heißt Inflation. Der andere heißt: ab sofort muss Anna mehr als 300 Euro pro Monat in ihre Rente investieren.

"So eine Modellrechnung kann nicht in Stein gemeißelt sein, das kann auch nicht eine Handlungsanweisung sein, dass man jetzt sofort bitte alles tut, um diese Lücke zu schließen."
Tobias Ahr, unabhängiger Finanzberater

Ein ganz schöner Batzen Geld. Und das alles auf der Grundlage einer hypothetischen Berechnung für einen Zeitraum von 30 Jahren. Deshalb rät Tobias Ahr auch, sich nicht nur ein Mal um seine Altersvorsorge zu kümmern, sondern immer mal wieder einen Blick darauf zu werfen, ob die Berechnungen noch stimmen, ob es bessere oder andere Anlageoptionen gibt oder ob sich vielleicht an der Lebenssituation etwas verändert hat. Anna weiß auch nach dem Termin noch nicht so richtig, wie sie das Thema Rente jetzt angeht. Aber sie könnte sich vorstellen, zumindest das zu investieren, was sie ein neues Winterkleid kosten würde.