Staaten stecken in der Tiefsee ihre Claims ab und untersuchen, wie sie an die dort verfügbaren Ressourcen kommen. Mit der besser werdenden Technik rückt die kommerzielle Ausbeutung der Meeres-Ressourcen in greifbare Nähe. Aber wem gehört das Meer überhaupt?

Zugang zum Meer zu haben, ist für Staaten wirtschaftlich wie machtpolitisch von großer Bedeutung - am Grund schlummern Hightech-Mineralien. Die Geschichte ist deshalb voll von Kriegen um den Zugang zum Meer. Heute gibt es zwar internationale Regeln, alle Probleme sind damit jedoch längst nicht gelöst.

"Die Rechte am Meer folgen den Rechten am Land."
Nele Matz-Lück, Seerechtlerin

So gilt das Hoheitsgebiet zwölf Seemeilen von der Küste entfernt, das sind gut 22 Kilometer. In diesem Küstenstreifen gilt die Souveränität des jeweiligen Staates.

Innerhalb einer 200-Seemeilen-Zone, also rund 370 Kilometer, darf ein Land allein über die dortigen natürlichen Ressourcen verfügen, hier gelten in begrenztem Umfang souveräne Rechte.

Aber was ist mit dem Rest der Meere? Wer bestimmt, wer dort welche Ressourcen wann und wie ausbeuten darf? Wie verändert sich das Hoheitsgebiet eines Landes, wenn seine Küstenlinie sich durch den Klimawandel landeinwärts verschiebt? Und wer ist in der Pflicht, wenn es um den Schutz der Ozeane geht?

"Die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, wenn wir an den Schutz der Meere denken, sind die Überfischung und die Verschmutzung."
Nele Matz-Lück, Seerechtlerin

Solche Fragen sind das Fachgebiet von Nele Matz-Lück. Sie ist seit 2011 Professorin für Seerecht an der Uni Kiel und leitet dort als Ko-Rektorin das Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht. Zu ihren Schwerpunkten zählen das Seerecht, das Umweltrecht sowie völkerrechtliche Verträge.

In ihrem Vortrag "Wem gehört das Meer? - Die Ozeane zwischen Ausbeutung und nachhaltiger Nutzung" erklärt sie zunächst, wie das internationale Seerecht heute aussieht und woher die aktuellen Regelungen stammen. Dann beschreibt Nele Matz-Lück die aktuellen Probleme, vor denen wir heute seerechtlich stehen, vor allem im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Rohstoffen und dem Umweltschutz.

"Die Kontrolle auf hoher See funktioniert überhaupt nicht."
Nele Matz-Lück, Seerechtlerin

Aufgezeichnet wurde ihr Vortrag am 31. Januar 2017 im Wissenschaftszentrum Bonn, und zwar im Rahmen der Reihe Exkurs der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die im Rahmen des diesjährigen Wissenschaftsjahres "Meere und Ozeane" unter dem Titel 'Meerexkurs' läuft.

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