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Umweltschutz hat ja eigentlich nichts mit dem Alter zu tun. Vielleicht aber doch. Bei einigen Umfragen kommen die Älteren jenseits der 50 ziemlich gut weg, die Jüngeren hingegen weniger.

Wenn wir an Umwelt- und Klimaschutz denken, kommt uns als erstes die Fridays-for-Future-Generation in den Sinn. Mehrere Umfragen legen aber nahe, dass die älteren Jahrgänge jenseits des 55. Lebensjahrs, die sogenannten Babyboomer, ökologischer und nachhaltiger laben als die Jüngeren. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Befragung aus Großbritannien.

Dafür haben die Forschenden im Auftrag eines Energieunternehmens 2000 Personen befragt, wie grün oder nachhaltig sie leben. Die Hälfte der Babyboomer gibt demnach an, regional einzukaufen, lieber weniger Kleidung einzukaufen und zu versuchen, Einwegplastik zu vermeiden. Bei den 18- bis 34-Jährigen geben das nur ein Viertel der Befragten an.

Selbstauskunft zum Verhalten

Unser Reporter Johannes Döbbelt sagt, dieses Ergebnis lasse sich durchaus auf Deutschland übertragen. Es gebe mehrere Umfragen und Studien, die ähnliche Schlüsse zuließen. Hierzulande hat die Zeitschrift Reader's Digest eine vergleichbare Befragung in Auftrag gegeben. Ihr zufolge gibt rund ein Viertel der Befragten Unter-30-Jährigen in Deutschland an, sich wenig um Umweltschutz zu kümmern – das sind mehr als unter den Über-30-Jährigen.

"Das gleiche Bild auch bei regionalen Produkten, Müllvermeidung, Energie und Wasser sparen – bei allen Punkten schätzen sich die Älteren besser ein."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Eine Befragung des Wuppertal Instituts für Klimafolgenforschung scheint diese Vermutung zu bestätigen. Dafür sind Menschen insbesondere nach ihrer Bereitschaft zum Kauf gebrauchter Produkte gefragt worden.

Etwas jünger und etwas konsumbewusster

Henning Wilts hat die Studie am Wuppertal Institut mitkonzipiert und ausgewertet. Für ihn ist überraschend, dass für Menschen unter 30 Jahren neue Konsumtrends und neue Produkte ziemlich wichtig sind.

"Bei den Unter-30-Jährigen hat doch ein erhöhter Teil gesagt: Ich bin eigentlich nicht bereit, für Umwelt und Klima Abstriche in meinem Konsumverhalten zu machen."

Henning Wilts vermutet, das habe auch damit zu tun, dass die Unter-30-Jährigen noch nicht so viel in ihrem Leben gekauft und konsumiert haben. Die Älteren hätten einfach eine ganz andere Grundausstattung: beispielsweise ein Haus, eine Wohnung, Autos.

Nachhaltigkeit braucht Geld und Zeit

Eine andere mögliche Erklärung sei, dass nachhaltiger Konsum in der Regel auch kostspieliger ist – nachhaltige Klamotten beispielsweise oder E-Autos statt Verbrenner. Auch die an der britischen Studie Beteiligten glauben, dass viele Jüngere nicht das Geld haben und sich vielleicht auch nicht die Zeit nehmen, nachhaltig zu leben.

Die Babyboomer dagegen, also die Generation 55 Plus, müsse sich nicht mehr um kleine Kinder und auch nicht mehr so intensiv um die Karriere kümmern, hätten mehr Zeit zur umweltfreundlichen Gestaltung des eigenen Lebens.