Amazon Go sollte das Einkaufen revolutionieren: Einfach reingehen, im System anmelden, einkaufen, rausgehen. Keine Kasse, keine Warteschlange. Das System registriert selbst, welche Produkte im Einkaufswagen landen. Klappt aber leider nicht.

Vor einem Jahr hat Amazon in Seattle den ersten Supermarkt eröffnet, der ganz ohne Verkäufer und Kassen auskommen sollte. Mit Hilfe von Sensoren und Kameras sollte automatisch erfasst werden, welcher Kunde welche Produkte in die Einkaufstasche packt. Das klappt auch - allerdings nur, wenn nicht mehr als 20 Kunden gleichzeitig einkaufen. 

Das liegt unter anderem am Tracking. Über Standort- und Positionsdaten erfasst das System zum Beispiel, vor welchem Regal wir gerade stehen - also eher in Richtung Kaffee oder eher in Richtung Klopapier. Im nächsten Schritt erfasst das System, zu welcher Marke eines Produktes wir greifen. Zu Fehlern kommt es vor allem dann, wenn zwei Kunden dicht beieinander stehen.

Shopping in Zeitlupe

Fehlerlos klappt das System nur bei wenigen Personen oder wenn sich alle gaaaanz langsam bewegen. Slow Shopping, sagt Netzautor Konstantin Zurawski. Für ihn die Hölle. Und wohl auch für viele Amazon Go Kunden. Deshalb bleibt der kassenlose Supermarkt auch erst mal Zukunftsmusik.

Allerdings werden bereits Alternativen getestet. Zum Beispiel mit RFID-Chips. Das sind kleine Sender, die der Kasse sagen: Hallo, ich bin ein Frischkäse der Marke xy. Das Produkt könnte dann im Einkaufskorb bleiben und müsste nicht mehr aufs Band gelegt und gescannt werden. Einfach mit dem Korb oder Wagen durch die Schleuse fahren - durchscannen lassen - fertig. Schwierig ist allerdings, an allen Produkten RFID-Chips anzubringen. Obst und Gemüse zum Beispiel.

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